Kapitel 10.3 Hochzeit


Die Hochzeit!

Die Zeit vor der Hochzeit verging wie im Flug. Es war immer etwas zu tun, trotzdem kam kein Stress auf. Martina und ich hatten alles unter Kontrolle.

Der Therapiestart wurde auf die Woche nach der Hochzeit verlegt.

Dann war er endlich da, unser großer Tag.

Ich schlief bei meinen Eltern, dort wurde ich in der Früh mit meinem Lieblingsfrühstück geweckt. Die meisten von euch werden es nicht kennen, aber mein Lieblingsfrühstück ist Sterz mit Kaffee, auch Polenta genannt.

Danach ging es zum Friseur und anschließend war meine Visagistin bei mir. Dann kam meine Trauzeugin, um mir beim Anziehen zu helfen. Da waren sie sogar zu 2. Damit alles passt.

Kurz darauf fand ich mich im Brautauto wieder. Alles lief ab wie im Film. In Lendorf beim Standesamt angekommen, stieg dann doch die Nervosität. Alle Gäste wurden in den Trauungssaal gebeten, wo sie nun auf mich warteten.

Ich wurde von meinen Eltern zum Altar begleitet. Meinem Freund fielen die Augen raus. Er rechnete nicht mit einem richtigen Brautkleid. Er dachte ich hätte einfach ein Kleid an, für das Standesamt. Somit war meine Überraschung geglückt.  Das Standesamt wurde mit der ausgewählten Musik untermalt. Es war als sollte alles so sein. Es war perfekt.

Wir gaben uns das JA Wort im Beisein unserer Liebsten. Mein Mann holte nach der Trauung auch Amelie nach vorne und überreichte ihr ein Geschenk. Als Zeichen, dass wir 3 jetzt eine Familie sind. Er fand liebe Worte und überreichte ihr die Kette, welche er vorlauter Zittern fast nicht zu bekam. Alle waren zu Tränen gerührt.

 Danach gab es einen kleine Sektempfang im Standesamt. Kurze Zeit später machten wir uns auf den Weg zur Tafel, welche auf der Burg stattfand. Dort angekommen, mussten wir noch Fotos machen, danach konnten wir uns in Ruhe um unsere wenigen Gäste kümmern. Nicht mal das Brautstehlen konnten meine Mädels auslassen. Ruck Zuck ging es und weg war ich! Die Braut stehlen ist hier bei uns ein alter Brauch. Wer den Brautstrauß hat, darf die Braut entführen bzw. stehlen. Und meine Trauzeugin durfte mich suchen und auslösen. Das ist meist eine sehr lustige Angelegenheit. Unter normalen Umständen endet so ein Entführen meist sehr flüssig. Das ist ja aus gesundheitlichen Gründen leider nicht möglich gewesen.

Gegen Abend fuhren wir noch zu meinen Eltern, welche für das Abendessen sorgten. Im großen Wintergarten, im elterlichen Haus, ließen wir unsere Hochzeit ausklingen.

Wir hatten zwar keine Musik und keine Kirche, aber trotzdem war und ist es der schönste Tag in unserem Leben.  

Ich war so dankbar, dass dies so problemlos über die Bühne ging. Und jetzt konnte ich mich auf meine Therapie konzentrieren. Welche in wenigen Tagen startete.

Steckbrief

Kleinigkeiten aus meinem Leben.

Wie ihr schon wisst, bin ich eine Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester. Mein Diplom habe ich 2002 erhalten. Vorher absolvierte ich eine LEHRE als Einzelhandeslkauffrau. Und zwischen dem allen machte ich die Ausbildung zum Schneesportlehrer. Meine Schilehrertätigkeit übte ich ab 1998 aus. Zuerst am Katschberg dann in Bad Kleinkirchheim und ab 2003 in der Schischule Zürs am Arlberg. In welcher ich einige Saisonen als Schneesportlehrer verbrachte. Mit Sicherheit die schönsten Jahre meines bisherigen Lebens.

Dies alles war möglich, weil ich eine Sommeranstellung als Krankenschwester hatte und den Winter über frei gestellt wurde. Eine perfekte Abwechslung zum harten Pfegeberuf. Im Winter tankte ich Energie für meine Patienten und den Sommer stand ich ihnen motiviert zur Seite. 2007 kam meine Tochter auf die Welt, welche mich nach wie vor auf Trap hält. Erst nach der Geburt meiner Kleinen, wurde mein Leben etwas ruhiger. Sobald sie auf die Ski stand, begleitete sie mich auf den Arlberg, jede frei Minute. Und ansonsten durfte sie auch mal bei den Großeltern bleiben. Und ich musste alleine ein paar Wochen am Berg, Geld verdienen. Und natürlich wollte ich meine Stammgäste nicht verlieren, welche ich mir über Jahre aufgebaut hatte.

Als Krankenschwester habe ich mir schon einige Häuser angesehen, im In- und Ausland. Darum kann ich auch ziemlich genau darüber berichten, wie ich es jetzt in der Rolle der Patientin erlebe. Eigentlich wäre ich ein guter Krankenhaustester. Schade dass wir den Beruf noch nicht haben.

Kapitel 10.1 Planänderung

Planänderung!

Nach dem Anruf von Innsbruck musste ich noch den Tuberkulin Test machen. Dies dauerte nochmal 2 Wochen. Und wie sollte es auch anders sein,bekam ich genau in dieser Zeit wieder eine Bronchitis. Da ich ja einen Termin beim Lungenfacharzt hatte, machte er ein Lungenröntgen und einen Lungenfunktionstest.Soweit war alles in Ordnung, es sind halt wieder die Bronchien. Die Bronchien sind meine Schwäche.

Somit bekam ich wieder viele Tabletten und auch einen Cortison Spray und auch einen Bronchien erweiternden Spray.

Und somit wurde der Therapiestart wieder verschoben.

Jetzt begannen meine Zweifel über die bevorstehende Hochzeit, im kommenden Sommer, zu steigen. Würde sich der Hochzeitstermin denn überhaupt ausgehen? Was ist, wenn noch etwas unerwartetes passiert? Dann würde ich zu meiner Hochzeit noch Cortison schlucken. Was ist, wenn ich nicht mehr gesund werde? Auch diese Möglichkeit müssen wir in Betracht ziehen.

NEIN, dass wollte ich ganz bestimmt nicht. Leider war es dann so, dass je länger ich darüber nachdachte,mir immer klarer wurde, dass der Termin unmöglich stattfinden könne. Mich zerriss der Gedanke innerlich, es war ja schon alles geplant, Hochzeitstafel in der Burg Sommeregg, standesamtliche Trauung im Klingerpark in Seeboden direkt am SEE, kirchliche Hochzeit in Millstatt in einer wunderschönen Kirche in welcher mein lieblings Chor singen sollte.Meine Wunsch Band The Preachers hatten schon zugesagt.Alles war fix. Und jetzt das.

Und alles nur, weil sich eine Ärztin etwas vermessen hatte.  (vermutlich)

Nur nochmal zur kurzen Erinnerung, da mich diese Ärztin für Gesund befunden hatte, wurde mein Krankenstand beendet, meine Hochzeitsplanung endete im Desaster, beim AMS gab es die größten Schwierigkeiten. Ein Traum. Eine Entscheidung musste her!

Nach einigen Gesprächen über die Hochzeit, überlegten wir,die standesamtliche Hochzeit vor zu verlegen. Und die Kirchliche nachzuholen sobald ich gesund bin. Es ist schon der Aspekt Absicherung im Hintergrund, und natürlich Liebe. Aber für den Fall, dass mir etwas passieren würde, ist zuhause alles geregelt. Somit entschieden wir mitte November, dass wir die Hochzeit kurzerhand vorverlegen. Somit musste ich alle Termine neu koordinieren. Die ganze Hochzeitsliste mit den Gästen musste auf die Schnelle geändert werden. Dann rief ich bei unserem Standesamt an, bei welchem wir den Termin für den Sommer vereinbart hatten. Leider war dort kein Termin zur Verfügung, welches sich aber später als Glücksfall herausstellte. Daraufhin fragte ich im Nachbar Ort ob das Standesamt noch einen Termin frei hätte, in 2 Wochen.

Sie

war zwar etwas überrascht, aber es war kein Problem.Also stand unser Termin jetzt fest. 1.12.18.

Es waren jetzt noch genau 18 Tage bis zur Hochzeit.

Noch leicht geschwächt von meiner Bronchitis, mit welcher ich täglich meinen Kampf austragen musste, war ich wunderbar abgelenkt, mit meinen Hochzeitsplanungen. Meine Hauptaufgabe war es jetzt ein Kleid zu finden.In 2. Wochen.

Alle anderen Termine ließen sich verschieben und absagen.Mir hat es das Herz zerrissen. Denn ich hatte mich so auf eine große Hochzeitmit der ganzen Familie gefreut.

Jetzt hatten wir das Problem, wem Laden wir ein damit niemand beleidigt ist.

Wir kürzten die Liste von 100 auf 20.

20 deshalb, weil wir gesagt haben, wenn wir jetzt nur mit unseren Eltern essen gehen, dann wird das die langweiligste Veranstaltung, auf welcher wir je waren. Und sorry, ohne wenigstens ein paar Freunden wäre es nicht das gleiche. Ich wollte ja auch mein Glück mit meinen Lieben teilen. Und was wir auf keinen Fall wollten, Stress, Streit oder Menschen, die uns nicht mögen. Und ich bin mir sicher, dass viele von euch genau wissen wovon ich rede.

Somit kamen dann noch ein paar Freunde dazu, vor allem jene, die mir in diesem letzten Jahr zur Seite standen. Welche für mich da sind und waren. Und welche die noch nie nachgefragt hatten, denen es eigentlich egal ist wie es uns geht, wurden leichter von der Liste gestrichen.

Mir war aber eigentlich auch nicht klar, dass man sogar daraus ein Drama machen kann. Aber so ist die Menschheit.

Durch die tolle Unterstützung meiner Freundin Martina, war die Hochzeit ruckzuck durchgeplant und auch organisiert. Sie machte die Hochzeitstorte, die Deko, die Dankeschön Geschenke. Einfach alles.

Die Einladungen machten wir gleich am Computer, die waren nach einer Woche da.

Und die Gäste wurden vorher zum Mittagessen bei uns eingeladen. Das heißt, sie wussten nichts von der Hochzeit. Nur vom Mittagessen.

Im Internet suchte ich mir einen Brautsalon, in welchen ich eventuell ein Kleid leihen könnte. Dort fand ich Jasmin Katholnig, welche einen Event und Hochzeitsmode Verleih und Schneiderei hat. Termin war gleich vereinbart, Kleider waren hergerichtet. Also es war Tip Top vorbereitet. Und eigentlich war die Sache auch gleichmal geritzt. Denn mein Kleid war gleich dabei. Anprobiert, sowas von gepasst, gekauft. 1,5 Wochen vor der Hochzeit. Perfekt. Alles was noch nicht passte, wurde von Jasmin passend gemacht, sie hatte gute eigene Ideen. Eine Jacke in der passenden Farbe, zum Anzug des Bräutigams wurde noch dazu genäht.

Ich hätte zu diesem Zeitpunkt, niemals geglaubt das ich in so kurzer Zeit mein Traumkleid auch noch finde. Aber dank Jasmin war dies überhaupt kein Problem. Preis Leistung Tip Top.

Somit nahm die Hochzeit formen an und wir schafften wirklich innerhalb von Tagen alles zu ändern. Und dank allen die mir entgegen kamen. Und die Stornierung der Hochzeit ohne Probleme annahmen.

Der große Tag rückte näher. 

Kapitel 10.0 Biopsie Ergebnis

Biopsie Ergebnis

Endlich war das Biopsie Ergebnis da.

Zurück von meinem neuerlichen Krankenhaus Aufenthalt, über welchen ich im Kapitel 9.0 und 9.1 berichtete, hieß es warten auf das Biopsie Ergebnis aus der Fachklink.

In der Zwischenzeit verbrachte ich das Warten, mit meinen Mädels, beim Walken, denn wer rastet der rostet. Und der Herbst ist eine wunderschöne Jahreszeit. Alle Blätter verfärben sich, die Luft ist viel klarer als im Sommer. Man hat eine phänomenale Fernsicht. Wir fuhren oft auf den Berg und gingen dort eine wundervolle Runde spazieren, auf den flacheren Höhenwegen. Die Berge geben einfach ein unbeschreibliches Freiheitsgefühl und ich kann meine leeren Energie Tanks auffüllen.

Das ist mit Sicherheit der Grund, warum meine Hobbys Skifahren, Wandern und Klettern sind.

Es sind nicht nur meine Hobbys, es ist eigentlich mein Leben. Für mich war es schon eine Umstellung Walken zu gehen, denn das ist ja nur für alte Leute, dachte ich. Naja, ich muss sagen, wenn man es richtig macht, ist es sogar anstrengend. Mehr als man erwartet. Aber zu dem Thema komme ich noch in einen separaten Beitrag.

Zurück zu meinem erwarteten Anruf.

3 Wochen nach der Biopsie kam dann endlich der so sehr erwartete Anruf. Mein Telefon vibrierte, ich schaute auf das Display und sah, dass es die Fachklinik war. Mein Herz begann wie wild zu rasen.

Ich bekam Schweißperlen auf meiner Stirn vor lauter Aufregung. Zitternd hob ich ab und auf der anderen Leitung war mein betreuender Oberarzt. Er war sehr freundlich und erklärte mir alles in Ruhe. Er meinte, dass meine Ergebnisse da seien und es sich leider bestätigt hat, dass nach wie vor Entzündungsherde in meinem Herzen sind. Dies bedeute jetzt, alles wieder auf Anfang.

Er meinte, dass ich so schnell wie möglich mit der Therapie starten soll. Therapiestart ist dann mit meiner Internistin vereinbart worden, alles was zu beachten ist wurde mit ihr besprochen, damit ich nicht immer hunderte Kilometer in die Klinik fahren muss. 

Da es sich hierbei um eine Immunsuppression handelt, muss man auch vor Therapiestart auf alles Mögliche getestet werden. HIV, Hepatitis, TBC und noch viele viele andere Krankheiten. Diese Tests erfolgen, um vor Therapiestart alle Infektionskrankheiten auszuschließen. Denn angenommen man hätte eine unentdeckte Krankheit und man fährt das Immunsystem runter, könnt ihr euch ausrechnen was passiert.

Denn dann können sich Krankheiten ungehindert ausbreiten bzw. fortschreiten. Das Gute für mich in der Situation war, jetzt weiß ich, dass ich sonst nichts habe. Wobei mir das Problem mit meinem Herzal reicht.

Er erklärte mir, dass sie mein Immunsystem runterfahren, da dies mein Herz einfach die ganze Zeit angreift. Ob es eine Grippe war oder ob es meine Bronchitis war kann man nicht mehr feststellen, es wird eben vermutet das ich einen Virus im Herzen hatte und jetzt mein Immunsystem verrücktspielt.

Entzündungsherde wurden gefunden und diese müssen definitiv verschwinden. Da diese mein Herz weiter schwächen.

Darum heißt es jetzt „ 6 Monate Tabletten nehmen „.

Körperliche Schonung, Salzarm Ernähren, Gewichtskontrollen, Blutkontrollen, Blutdruck messen tgl.

Und nicht zu vergessen, ein paar Tabletten damit sie mein Immunsystem unterdrücken können. Start in diese Therapie ist mit 75mg Cortison dann doch sehr hoch. Mein Hausarzt beschrieb es so schön,

„Da fühlt man sich wie ein Hamster im Laufrad, ich kann euch eines sagen, dass ist noch untertrieben.“

Kapitel 9.1Unerklärbar

Unerklärbar

So verbrachte ich in dem Krankenhaus 2 Nächte. Zuerst hatte ich relative Bettruhe, da man ja nicht genau wusste woher mein „Bildausfall“, kam. Am nächsten Tag machten sie noch ein Schluckecho. Das heißt, dass sie einen Ultraschall des Herzens, vom Magen aus machten. Dies wurde aber unter Propofol gemacht. Bzw. nehme ich an das es Propofol war, da ich nichts aber schon gar nichts mitbekommen hatte. In dem Raum, in welchem die Untersuchung stattfand, war ein Oberarzt und sein Pfleger (Assistent), von welchem ich die genaue Berufsbezeichnung nicht weiß, ist aber auch egal. Denn die 2 waren ein eingespieltes Team und sie machten mir die Untersuchung so angenehm wie möglich. Der Oberarzt erklärte mir vorher genau die Schritte, welche er machen würde und der Pfleger erheiterte die Situation mit lustigen Anekdoten. Für mich ist so eine Situation sehr stressig, da ich mich schon auch vor manchen Untersuchungen fürchte und wenn dann so ein eingespieltes Team die Situation aufheitert ist das für mich das allerbeste. TOP!

Ich weiß eigentlich nur mehr, dass ich so ein Plastikteilzwischen die Zähne bekam und dann……. Dunkel.

Am Ende als die Untersuchung vorbei war, erklärte der Oberarzt mir noch kurz,dass alles in Ordnung sei. Also keine neuen Erkenntnisse.

Kurz noch zu diesem Oberarzt, es ist noch ein junger Oberarzt, welcher noch zuhören kann und nicht glaubt er sei ein Gott in Weiß und alle haben sich ihm zu beugen. Einfach wunderbar. Die jungen Ärzte sind noch voll Energie und Tatendrang, die Welt zu verändern.

Ich würde mir wünschen, dass er so menschlich bleibt wie er ist und nicht irgendwann dem System zum Opfer fällt. Ich persönlich finde, dass Ärzte in den Krankenhäusern viel abgebrühter werden. Und das sage ich aus JAHRELANGER ERFAHRUNG. 20 Jahre, wenn man es genau nimmt. Und liebe Leute da kommt einem schon einiges unter. Schon alleine über das Thema könnte ich ein Buch schreiben.

Zurück im Zimmer, es war ja schon 16 Uhr, da sie leider auf meine Untersuchung vergessen hatten, auch das ich eigentlich den ganzen Tag nüchtern war, bekam ich dann nach mehrmaligen nachfragen und bitten endlich mein Abendessen. Bzw. was davon noch übrig war. Um Getränke kümmerten sich meine Zimmerkolleginnen.

Die Sehbeeinträchtigung trat nicht mehr auf. Ich habe keine Ahnung wo es her kam oder warum. Es wussten auch alle anderen nicht. Am nächsten Morgen bei der Visite kam dann ein andere Oberarzt, welcher mir erklärte, wenn man in der Früh aus dem Bett springt und am Glockner geht, dass es dann passieren kann, dass einem schwindelig wird.  Dann erklärte ich ihm, “ Ich saß am Boden, habe Kaffee getrunken, mich weder bewegt noch bin ich gelaufen oder ähnliches.“ Er redete weiter von seinem Großglockner blabla…. Das ihm da auch schwindelig wäre. Ich bin fast zornig geworden.

Am liebsten hätte ich laut gebrüllt, HÖREN SIE MIR NICHT ZU???????? Ist es wirklich so schwer zu zuhören? Ich erklärte ihm, dass ein Kreislaufkollaps anders sei und das kann ich beurteilen, wenn ich oft einen Blutdruck von 80/60 habe. Wahrscheinlich hatte ich das schon öfter wie er, falls er es überhaupt schon mal hatte.  Daraufhin durfte ich nach Hause, es hätte alles Weitere auch keinen Sinn gemacht.

Wenn der Patient Apfel sagt und der Doktor immer Birnen hört, dann hat es keinen Sinn.

Äpfel oder doch Birnen, das ist hier die Frage..

Ich war so froh das ich Heim durfte.

Kapitel 9.0 Ein Tag zum Vergessen!

Ein Tag zum Vergessen! Diesen Krankenhausaufenthalte werde ich wohl nie wieder vergessen.

Wie mit meiner Internistin besprochen machten wir uns am Vormittag auf den Weg ins Krankenhaus. In welches mich dieses mal mein Vater brachte. Dort angekommen machten wir uns gleich auf den Weg , in die Richtige Ambulanz. Diese war auf der Zuweisung vermerkt.

Wir meldeten uns bei der Anmeldung an und mussten eigentlich gar nicht lange Warten. Da wir die einzigen dort waren. So wurde ich auch gleichmal aufgerufen. Im Untersuchungszimmer fragte mich die Ärztin was mir denn fehle. Ich erklärte ihr alles, was ich an diesem morgen erlebt hatte und erzählte auch von der Biopsie. Sie wirkte regelrecht gelangweilt, saß lümmelnd in ihrem Sessel. Danach sah sie mich an und machte mit mir 3-4 Tests und teilte mir mit, dass mir körperlich nichts fehlt aber sie meinte dann, dass es sicher Psychisch ist. Gleichzeitig hat sie mir noch eine Überweisung für ein Schädel CT in die Hand gedrückt. Das war jetzt aber nur mehr nebensächlich. Denn als sie dieses eine WORT in den Mund nahm, sah ich ROT.“PSYCHISCH“. An die genauen Wortlaute welche ich dann benutzte kann ich mich nicht mehr so genau erinnern, aber sie war die eine, die das Fass zum Überlaufen  brachte. Die Untersuchung hat ein paar Minuten gedauert. Abgestempelt als Simulant oder keine Ahnung was, sagte sie ich könne Heim fahren. Ich habe dann direkt vor der Ambulanz mit meiner Internistin telefoniert, welche dann sagte, ich soll ihr mein Telefon weiter reichen. 

Somit klopfte ich nochmal an der Tür und reichte ihr mein Telefon. Keine Ahnung was besprochen wurde, aber danach bekam ich wenigstens noch Untersuchungen.

Ihr müsst euch vorstellen, es ist schon nicht leicht wenn man halbwegs fit ist, einen Tagesausflug in das Krankenhaus zu machen. Aber wenn es halt beim Herz fehlt, ist alles mühsam. Ich war  total zittrig und durch geschwitzt bis zum Kopf und durch die Aufregung dieses Tages war ich es heute noch mehr. Da ich dann schon wieder fast am kollabieren war bekam ich eine Liege und 2 Glas Wasser!

Nach dieser ganzen Aufregung wurde ich zu Untersuchungen gebracht und auf eine andere Station. In welcher mich ein junger Oberarzt empfing. Ich erkärte ihm nochmal alles und gab ihm meine Unterlagen zum Thema Herz. Er ordnete die Stationäre Aufnahme an und eine weitere Untersuchung für den nächsten Tag und eine Ergometrie also Überwachung für 24h. Danach hatte er leider Dienstschluss und ich wurde in den Aufnahmebereich der Station gebracht wo ich hin musste.

Dort machten sie das Aufnahmegespräch, danach hieß es wieder warten. Am Gang standen alles Betten mit meist älteren Patienten darin. Ich war total erschrocken von diesem Gang, so etwas hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Dann wurde ich ins Ärztezimmer gerufen. Dort bekam dann auch ich ein Bett. Endlich. Denn von der ersten Station, auf welcher ich war, war ich dann im Rollstuhl unterwegs. Bis jetzt.

Die Ärztliche Aufnahme war, wie soll ich sagen, ein eigenes Gespräch. Ich erzählte zum Xten male an diesem Tag, was mir passiert war. Daraufhin hat er sich darüber lächerlich gemacht, dass so etwas nicht nach einer Biopsie passieren würde. Darauf sagte ich, das ich es nicht wüsste woher es kommt. Aber das er schon auch verstehen müsse, wenn man von jetzt auf gleich nicht mehr klar sieht, ohne Belastung oder Anstrengung oder sonst was, dass man da dann Angst bekommt? Oder etwa nicht. Mh wahrscheinlich auch PSYCHISCH.

Dann meckerte er los, dass der junge Oberarzt da die Aufnahme annimmt und eine Untersuchung anordnet und dann geht er nach Hause.  

Daraufhin ging die Bettensuche los, das müsst ihr euch so vorstellen, ich liege im Krankenbett, fix und fertig, er sitzt daneben am Telefon und daneben noch eine Schwester. Dann rief er verschiedene Stationen an und fragte um ein freies Bett. Die meisten Antworten waren, dass die Stationen voll belegt waren. Dabei fand ich ein Gespräch besonders gut. Er meinte zu dieser Person am Telefon, ich brauche ein Bett für diese Dame, dann legt sie am Gang, das ist mir Scheiß Egal. Nebenbei noch ein paar nette Kommentare über den jungen Kollegen und dann Gespräch beendet.

Wisst ihr wie ihr euch da fühlt???? Hätte ich können wäre ich aufgestanden und nach Hause gegangen. Glauben die das ich das Spaß halber mache. Weil es so toll ist im Krankenhaus. Mir standen die Tränen bis zum Anschlag. Abgesehen davon, muss ich sagen das so Gespräche neben den Patienten (Quasie neben den KUNDEN) nichts zu suchen haben!

Kurz darauf wurde ich in die Gangbettenschlange geschoben. Dort hieß es wieder warten.

Es war jetzt kurz vor 16 Uhr. Ich bekam weder etwas zum Essen noch zu trinken noch eine Infusion oder ähnliches. BZW nicht nur ich, wie ich später noch erfragen würde.

Irgendwann kam ich dann auf Station. Dort waren die Schwestern so nett und haben die Betten so zusammen gestellt, dass wir 3 Damen im ähnlichen Alter waren, denn in den anderen Zimmern ähnelte diese Station einer Geriatrie. 

Mit den Damen im Zimmer kam ich dann am Abend zum Reden, wie es ihnen am Tag der Aufnahme erging. Und jeder erzählte das gleiche.Auch sie wurden von A nach B geschoben und niemand, wirklich niemand kümmerte sich tagsüber um diese Patienten. Wenn du schon im Bett liegst und gleich Aufgenommen wirst gehörst du aber noch nirgends hin. Darum kümmert sich da auch keiner. Patienten die Stunden im Gangbett warteten und nach der Urinflasche fragten, wurden Stundenlang vertröstet. Bis der Patient meinte, gut dann macht er jetzt ins Bett. Dann war es erst möglich eine Urinflasche zu bringen. Ich verstehe nicht warum so etwas organisatorisch nicht möglich ist. Egal in welcher Ambulanz. Solange du reden und gehen kannst ist es ja gut aber die meisten können nicht von dem Platz an dem sie zu warten haben, weg.

Liebe Leute, da schämt man sich. Die Überlastung und Überarbeitung der Mitarbeiter war auf der Station deutlich zu spüren. Und es wurde uns auch vom Personal bestätigt. Das Personal in diesem Krankenhaus wurde die letzten Jahre massiv abgebaut und leider auch Betten. Danke lieber Landeshauptmann. Gratuliere gut gemacht, selber sicher Sonderklasse versichert. Da fällt das dann nicht so auf. In der 1. Klassen Medizin. 😊

Oder doch 2 – 3 Klassenmedizin?

Symbolfoto…So fühlt man sich als Patient im Gangbett.

Kapitel 8.0 Plaudertaschen

Dorfklatsch

Zurück von der Herzkatheteruntersuchung hieß es jetzt warten, denn die Biopsie Ergebnisse dauern leider Wochen. Sie sagten mir, dass sie sich melden sobald sie es wissen.

Eigentlich wusste ich, dass es jetzt nur mehr die eine Möglichkeit gibt. Denn das aller schlimmste wäre, wenn nichts raus kommt und sie weiterhin nicht wüssten woher das ganze kommt.

Also freundete ich mich schon mal mit dem Gedanken an, was mich zu diesem Zeitpunkt nicht Glücklich stimmte. Die Hochzeit steht vor der Tür und wer braucht da schon vorher eine CORTISON Therapie. Ich fragte meine Arzt auch ob dies ein Problem sein könnte. Also Hochzeit und Cortison, er meinte nein warum, aber ich glaube der hat mich nicht richtig verstanden, ist halt auch nur ein Mann! Ihr Frauen versteht sicher meine Bedenken.

So verbrachte ich meine Zeit mit Hochzeitsplanung. Wunderschön endlich wieder etwas sinnvolles zutun. Etwas das einem enorme positive Energie verlieh.

Eines Morgens, es war ca. 6 Tage nach der Biopsie, saß ich beim Frühstück und telefonierte mit einer Freundin. Wir lachten und blödelten am Telefon herum und  tauschten interessante Neuigkeiten aus. Wenn man es genau nimmt nennt man sowas auch Dorfklatsch. Ich trank meinen Kaffee und aß ein Stück Brot und dann plötzlich während dem Gespräch sah ich auf einmal alles verschwommen. Ich schüttelte meinen Kopf und probierte einen Punkt zu fixieren um wieder ein Klares Bild zu bekommen. So wie früher bei den alten TV Geräten, wo man oben drauf gehauen hat und dann ging es wieder. Aber leider war dem nicht so. Meine Freundin redete munter weiter bis sie merkte das ich nicht mehr antwortete. Dann fragte sie was los sei. Ich tat mir richtig schwer etwas zu sagen. Bis ich  dann einen Ton raus bekam.

Ich hatte keine Ahnung was mit mir los war. Diese Situation war ganz neu für mich. Ich maß meinen Blutdruck und Puls, der war nieder, aber nicht mehr als sonst. Zucker konnte es auch nicht sein,ich  aß ja gerade. Mhh ich dachte noch eventuell an die Wirbelsäule. Aber ich wusste es nicht. Dann habe ich doch sicherheitshalber meine Internistin informiert und gefragt was ich denn machen sollte.

Meine Angst war, dass es wieder kommt und ich dann alleine in meiner Wohnung liege bis jemand heim kommt.

Somit war mein Weg wieder klar, ab ins Krankenhaus. Ein paar Tage nach der Herzkatheteruntersuchung und der Biopsie war es das sicherste.

Mein Vater packte mich zusammen und brachte mich ins Krankenhaus.

Und wenn ich gewusst hätte was da auf mich zukommt, wäre ich im Bett geblieben.