Kapitel 17.1 Planlos

Die Wochen nach der Brust Inzision, legte ich täglich Topfen auf und versorgte die Wunde mit Betaisadona Creme. Dies tat ich zusätzlich zur Antibiotika Therapie. Der Knoten wurde auch kleiner. Aber weg ging er nicht. Es war leider so, als ich das Antibiotikum fertig hatte, wurde er wieder größer.

Ich ging ja 2 Wochen später zum SONO(Ultraschall), wie vom Krankenhaus angeordnet. Dort sah er zwar, dass da etwas ist, aber was es genau ist, konnte er auch nicht sagen.

Mit diesem Befund musste ich wieder ins Krankenhaus, zu der zuständigen Ärztin. Nachdem es nicht ganz klar war, woher und warum es kam, wird es weiter beobachtet. Zu meiner Beruhigung sagten sie mir, dass etwas Bösartiges ausgeschlossen ist. Das ist eigentlich das einzige was ich wissen wollte. Denn so etwas würde mir jetzt noch fehlen.

Jetzt wird das ganze weiterhin beobachtet und dann wird wieder neu Entschieden.

Das heißt für mich, warten und TEE trinken!

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Kapitel 17.0 Planlos..

Und wiedermal läuft nichts nach PLAN!

Nachdem sich jetzt meine Rheumatologin um den Verdacht des Rheumas kümmerte. Ging da einiges weiter. Sie war auch der Meinung, dass die Entzündung wahrscheinlich einen Ursprung hat.

Darum veranlasste sie ein PET CT! Welches einige Wochen später folgen sollte.

Und in der Zwischenzeit, gab es natürlich noch etwas anderes zu Berichten!

Als wäre das alles nicht genug, kommt natürlich, wieder mal, etwas Neues hinzu. Sonst wäre es ja glatt langweilig mit mir.

Während diesen Wochen des Wartens, bekam ich erneut Probleme. Ich bekam an meiner re. Brust einen richtig dicken fetten Knoten. Aber von heute auf morgen. Die Haut außerhalb war rot und ganz eigenartig. Wieder mal kurz vor dem Nervenzusammenbruch…auf zu meiner Internistin.

Als ich in den Behandlungsraum trat, sagte ich zu ihr…heute komm ich wegen etwas ganz anderem, damit dir nicht fad wird mit mir. Ich riss mein Shirt nach oben und sie musste fast etwas grinsen über meine Überschwenglichkeit. Ich erklärte ihr kurz mein Problemchen, worauf sie mich gleich ins KH überwies.

Dort ging ich sofort hin. Es ist ja von meiner Internistin ins KH, ein Katzensprung.

Nachdem ich mich Angemeldet hatte, musste ich kurz warten und kam dann eigentlich recht schnell dran.

Eine kleine blonde zierliche, Ärztin erwartete mich. Ich erklärte ihr die Sachlage! Erzählte ihr von meiner Geschichte, von den Monaten der Immunsuppression und von meinen Nebenwirkungen…

Sie meinte darauf hin, legen sie sich auf die Liege, ich schaue es mir an.  Gesagt getan, ich bin ja mittlerweile eine folgsame Patientin.

Sie sah sich meine neue Baustelle an und meinte kurzerhand sie müsse inzidieren, um zu sehen ob es ein Abszess sei. Nur mit meiner Kardialen Situation, könne man das nicht in Narkose und auch nicht mit LA(Lokalanästhesie) machen.  Zack, meine Augen weit aufgerissen, spürte ich das Skalpell über meine Brust gleiten. Sie meinte ist ja nur ein kurzer Moment des Schmerzes! Und schon steckte das Skalpell in der Brust. Sie machte einen kleinen Schnitt, von ca. 1-1,5cm. Dann nahm sie einen scharfen Löffel (so nennt man das Instrument, welches sie in die Brust einführte) und stocherte wie wild in meiner Brust herum. Sie spülte sie auch, aber eigentlich waren die Knoten, Höhlen, leer.

Kurz musste ich überlegen ob ich schreien sollte, weinen oder einfach nur in OHNMACHT fallen.

Nein nichts von allem, ich war tapfer und hielt durch. Als Fr. DR. (Fleischhackerin) fertig war, meinte sie nur es sei kein Abszess gewesen. Evtl. ein entzündlicher Prozess. Sie gab mir eine Überweisung mit, für einen Ultraschall der Brust. (warum das nicht in einem ging, keine Ahnung, denn das KH hat einen Ultraschall, so wird man als Patient von A nach B geschickt).

Und ich erhielt wieder Antibiotika. OLE!

Zuhause angekommen, machte ich einen Termin für den Ultraschall aus, welcher 2 Wochen später folgen sollte….

Kapitel 16.0 Nicht mit mir!

Aufgeben tut man Briefmarken!

Nachdem ich jetzt mal den Schock verdaut habe, geht es weiter.

Ich ging einige Tage später zu meiner Internistin. Wir hatten dann nochmal ein langes Gespräch, über alles, vielleicht hat man ja irgendetwas übersehen. Denn für mich ist es unerklärbar das es für die Entzündung in meinem Herzen keinen Grund gibt. Es muss einen Auslöser geben! Ich erzählte Ihr von meinen Schmerzen in den Oberarmen, welche sich so verschlimmert hatten, dass ich einmal sogar mein Lenkrad loslassen musste, vor lauter Schmerzen. Daraufhin bekam ich eine Zuweisung zu einer Rheumatologin.

Die Spezial Klinik hatte in der Zwischenzeit mit meiner Internistin gesprochen und ihr Mittgeteilt das eine neuerliche Immunsuppression angedacht sei. Dies teilte sie mir auch alles mit. Ruhig und äußerst schonend probierte sie mir die Lage zu erklären und vor allem mich zu Beruhigen. Sie erklärte mir das es diesmal eine ähnliche Therapie sei, aber nichts mit Cortison zu tun hätte. Es wäre eine schwächere Therapie.

Natürlich war darauf meine Frage, „Wie soll eine schwache Therapie jetzt Helfen, wenn die starke nicht angeschlagen hat?“ Sie meinte, dass der Therapie Ansatz ein anderer sei. MH, naja wollen wir das mal einfach glauben, schließlich ist sie die Fr. Doktor und nicht ich. Am Ende bekam ich noch einen festen Drücker von Ihr und dann ging ich wieder nach Hause. Sie ist mit Sicherheit eine der einfühlsamsten Ärztinnen, die ich je kennen gelernt habe. Und nach 20 Jahren als Krankenschwester, kamen mir schon etliche Ärzte unter.

Ich machte gleich einen Termin bei der Rheumatologin aus. Welcher auch gleich einige Tage später stattfand.

Bei meinem Termin erklärte ich ihr alles. Was mir derzeit so alles weh tat, bzw. meine ganzen Leiden. Sie war sehr aufmerksam. Hörte zu, fragte nach!!! (kurze Anmerkung: hören Ärztinnen generell mehr zu als ihre männlichen Kollegen? Liegt es daran das sie einfühlsamer sind?Frauen eben?)

 Ich hatte schon einige Zeit so stechende Schmerzen in den Oberarmen. Ich konnte nicht mal mit ausgestreckter Hand ein Glas halten. Rotierende Bewegungen waren so gut wie gar nicht möglich. (Lenken z.B.)

Auch schmerzen in den Fersen machen mir zu schaffen. Bei jedem Tritt, schmerzt es.

Vor allem nach dem Aufstehen, bin ich total steif, kann mich kaum bewegen.

Daraufhin folgten natürlich wieder mal Blutabnahmen und Untersuchungen.

Ich fuhr in die Klinik, in welcher sie arbeitete, und hatte dort die Blutabnahmen. Denn der Verdacht das es doch irgendetwas mit Rheuma zu tun hat, stand im Raum.

In der Zwischenzeit ist es mir eigentlich ganz egal was es ist, es muss aufhören. Das ist FAKT.

Sicher die Angst, das es Rheuma ist, ist da. Denn Rheuma hat viele Gesichter und die Therapie dazu wäre Cortison. Und was ich davon halte brauch ich euch nicht erklären.

Kapitel 15.0 Der Tag der Abrechnung!

Der Tag der Abrechnung!

Die Warterei macht einen richtig mürbe. Kein Tag vergeht, an dem man nicht nachdenkt, was ist wenn.  So vergingen die Tage und Wochen. Die ersten 2 Wochen konnte ich mich auch ganz gut ablenken. Aber dann, jeden Tag das Handy in der Hand nur um zu sehen ob mein Arzt mich schon angerufen hat!

Immer im Kopf, dass sie zu meiner Zimmernachbarin sagten, dass Ergebnis ist in 2 Wochen da und zu mir sagten sie 3 Wochen. Jeder einzelne Tag kommt einem vor wie ein Jahr.

In meinem Kopf kreisten immer mehr Gedanken, was ist, wenn.  Nur einer hat es bis jetzt ausgesprochen. Natürlich soll man sich nicht rein steigern. Hatte ich bis jetzt auch nicht getan. Aber jetzt wurde doch schon einiges an Therapie versucht. Und wenn das jetzt wieder nichts bringt? NOCHMAL???? Oh mein Gott, dass ich nicht mehr schlafen konnte die Tage vor dem Anruf war somit auch klar.

Ich habe mir inzwischen ein E-Bike gekauft, früher dachte ich immer das ist nur was für Pensionisten. In der zwischen Zeit hat sich ja einiges getan und nun fahre ich E-Bike. Ich würde euch allen, die ihr Probleme habt mit dem Herzkreislaufsystem rate, auf ein E-Bike umzusteigen. Es zahlt sich aus. Es hat mir das erste LACHEN ins Gesicht gezaubert, seit langem.

Doch dann rückte der Tag der TAGE immer näher. Ich schrieb meinem Arzt schon am Freitag und bat um die Ergebnisse.Es kam keine Antwort. Dann am Montag wieder. Und dann kam eine Nachricht.

In dieser mir mein Dok. schrieb, dass sie mir leider Mitteilen müssen, dass noch immer eine Entzündung im Herzen nachweislich ist. Das bedeute für mich, Therapie Wiederholung. Er meinte auch gleich, da ich die letzte Therapie nicht gut vertragen hatte, bekomme ich dieses mal eine andere. Juhu, das beruhigt mich ungemein.

Das in diesem Moment alles, wirklich alles zusammengebrochen ist, in und um mich, ist klar.

So nun sitze ich hier, auf einem Riesen Scherbenhaufen. Und frage mich, warum ich, was habe ich falsch gemacht. Ist das der Dank. All diese Fragen werde ich wohl nie beantworten können.

Die Kraft verlies mich und ich fand mich am Boden sitzend und weinend wieder. Immer wieder die Worte in meinem Kopf. Immer wieder die Frage was nun. Ich habe eine Tochter mit 12 Jahren und einen Mann der mich Liebt. Am liebsten hätte ich mir mit meinen langen Nägeln die Haut abgezogen. Gegen irgendwas geschlagen und geschrien wie am Spieß. Nun gut, dass konnte ich nun auch nicht bringen, schließlich wohne ich in einem Wohnblock.

Jeden verdammten Morgen denke ich mir, lass mich wach werden und alles ist nur ein böser Traum.  Nur leider werde ich jeden morgen wach und muss feststellen, dass nichts mehr ist wie es war.

WAS NUN!

In der zwischen Zeit habe ich über die IMMUNSUPRRESSION einiges gelesen. Wobei ich heraus fand, dass es sich wohl um …mehr oder weniger…um ein Experiment handelt. Richtig positive Studienergebnisse konnte ich keine finden.

Ich hoffe das denen Ärzten schon bewusst ist, dass ich noch zu jung bin zum Sterben. Oder bin ich nur eine Nummer im System. Eher eine Nummer im System. Wenn ihr meine ganzen Beiträge gelesen habt wisst ihr was ich meine.

Nach dieser schock Nachricht, machte ich einen Termin bei meiner Internistin aus. Welcher einige Tage später folgte. Bis dahin konnte ich schauen, dass ich mich wieder beruhige und irgendwie es schaffe positiv in die Zukunft zu sehen.

Denn wie sagte Mama immer,

AUFGEBEN TUT MAN EINE BRIEFMARKE.

Kapitel 14.0 Endlich ist es soweit!

Endlich ist es soweit!

Endlich sind die 6 schlimmsten Monate meines Lebens vorbei. Auch wenn Medikamente da sind, um uns Gesund zu machen, bin ich mir da nicht so sicher ob das alles so gut für meinen Körper war.

Das letzte Monat habe ich dann schon die Tage gezählt. Da man so kraftlos ist, dass man kaum was machen kann, vergeht die Zeit ziemlich langsam.

Und genau in den letzten 1,5 Monat hat das Cortison seine Spuren an meinem Körper hinterlassen. Wo ich noch nicht genau weiß wie ich damit umgehen soll.

Dann hieß es nur mehr warten, warten auf den Biopsie Termin.

Endlich kam der Tag, an dem ich in die Spezialklinik musste. Sie entnahmen wieder einige Proben. Welche jetzt im Labor untersucht werden, ob die Entzündungsherde weg sind.

Das heißt für mich, ca. 3.Wochen auf Nadeln sitzen und hoffen das es funktioniert hat. Leider ist es so dass die Herzleistung nicht den Sprung gemacht hat, den sie sich erhofft haben.

Es ist so schön, wenn man bei einem Gespräch merkt, dass der Arzt einem nicht ganz die Wahrheit bzw. seine Vermutungen, mitteilt.

Brauchen sie eh nicht. Ich habe leider so ein feines Gespür, das ich sofort merke, wenn etwas nicht ganz der Norm entspricht. Und mir jemand nicht ganz die Wahrheit sagen will und kann.  

In der Klinik hatte ich das Glück, mit einer Dame im Zimmer zu liegen, welche das gleiche durchmacht wie ich. Als wir ins Gespräch kamen, konnten wir unsere Erlebnisse miteinander teilen. Das tat richtig gut, denn das bestätigte uns beiden das wir nicht verrückt sind. Nächte lang nicht schlafen, zittern, unruhig sein, die Haut macht was sie will,erschöpft, Blutdruck war im Keller, der Zucker an der Decke,die Blutwerte jenseits von gut und böse. Das Gesicht gleicht dem eines Hamsters. Das Wasser im Körper erschwerte das Atmen. Optisch war es natürlich auch nicht von vorteil.

Wenn man dies nicht selbst erlebt, können wir die Erfahrung gar nicht so wiedergeben wie es wirklich war. Denn vieles kann man einfach nicht in Worte fassen.

Gut das unser Körper, die schlimmen Erlebnisse verdrängt, vergisst wie auch immer.

Am Tag meiner Entlassung hatte ich dann noch ein Herz Echo (Ultraschall). Und da ich bei dieser Untersuchung schon einiges Erlebt hatte, war ich doch sehr gespannt auf diesen Ultraschall.

Ein sehr junger Arzt (wahrscheinlich gerade aus der UNI) machte bei mir den Ultraschall. So nach 2-3 Minuten meinte er, ja super alles ist gut, sie haben 60% EF (Heizleistung). Das fand ich echt amüsant. Denn am Tag davor, bei der Angiographie, hatte der PROF.  42% gemessen. Ich machte ihm darauf aufmerksam, danach hat er um sein Leben gemessen. Denn 5 min später waren es 50% und dann 40%. Mhhhh ohne Worte.

Und dann zu allem Überfluss, ihr müsst euch vorstellen, die Untersuchung findet hinter Vorhänge statt und nicht in Kabinen oder Kammern. Kam auf einmal eine Kollegin rein gestürmt und fing, während mir der Arzt alles erklärte, an mit dem jungen Arzt über das Mittagessen zu reden.

Der Arzt redete einfach mit mir weiter, gab ihr auch keine Beachtung, dies störte sie auch nicht, sie blapperte munter weiter. Ja und sorry, da geht es nicht um ein Gespräch über Akne, sondern doch um mein Leben. Da der Arzt ihr keinen Einhalt gebot, musste ich das machen. Da ich, wenn 2 Personen gleichzeitig reden, ich den wichtigen Sachen nicht folgen kann, musste ich die Dame etwas unsanft darauf aufmerksam machen. Und nebenbei ist es eigentlich nicht notwendig, wenn ein Patient halb nackt auf einer Liege liegt, dass man dann den Vorhang aufreißt als ob es überhaupt keine Intimsphäre mehr gibt. Wenn jemand nicht bei der Untersuchung dabei ist, hat er dort nichts verloren.

Danach kam ich wieder auf das Zimmer und musste stundenlang auf die Entlassungspapiere warten.

Am Nachmittag kam dann endlich der Arzt und gab mir meine Entlassungspapiere. Ich dachte noch, dass das echt viele Seiten sind, aber gut.

Kurz darauf kam mein Mann mich abholen und wir starteten den langen Heimweg.

Zuhause habe ich mir dann meinen Arztbrief durchgelesen, bis ich merkte, dass es da unmöglich um mich gehen kann, solche Diagnosen usw. Ja klar, war der falsche Brief. Also eigentlich bekam ich 2 Briefe, von mir und noch einer Dame.

Nun begann die Wartezeit.

Kapitel 13.0 Tage der Finsternis!

Die Tage der Finsternis!

Wie ich euch ja schon berichtet habe, gibt es mit den ganzen Tabletten auch ein Haufen Nebenwirkungen. Am meisten belastet mich, dass es brutal auf die Psyche geht. Wie nutzlos und wie hässlich man sich dabei fühlt kann man kaum beschreiben.

Bei mir sind mittlerweile die Spiegel abgehängt, damit ich mich nicht sehen muss. Denn jedes mal, wenn ich ein Spiegelbild von mir sehe, erschrecke ich so dermaßen, dass ich direkt losheule.

Es gibt oft Tage, an denen ich so gerne etwas unternehmen würde, dann sehe ich mich im Spiegel, dann mag ich nicht mehr.

Ich bin die letzten 2 Jahre so oft wegen ein paar Kilogramm, die ich mehr habe seit ein paar Geschehnisse vor paar Jahren, blöd angemault worden.

Normal sollte ich da drüberstehen, aber das kann ich leider nicht. Bei mir zuhause war es so, dass es sich ständig nur um die Figur drehte. Für meine Eltern ist schlank sein das Amen im Gebet. Alles wird daran festgemacht. Und wenn man sie trifft, dann belehren sie einem, was man machen sollte damit man wieder DÜNN wird. Damit man in die Gesellschaft passt. Fasten ist ihre Mission.

Es war eigentlich immer so, dass ich immer egal wann, ich dachte ich sei zu dick.

Wenn ich jetzt Fotos von früher ansehe, verstehe ich mich selbst nicht. Wie kann man ein so falsches Selbstbild von einem selbst haben.

Ich selbst bin eigentlich auch gerne schlank, da ich ja gerne Sport mache.

Letzten Sommer hatte ich ein Erlebnis diesbezüglich.

Wir gingen an einem schönen Wochenende mit meinen Eltern und ihren Freunden wandern. Für mich war es die erste Wanderung in höheren Lagen. Ich wählte mein Tempo so, dass es dem Puls angepasst war. Es lief gar nicht schlecht, für meine derzeitigen Verhältnisse. Natürlich gingen die schnelleren voraus. Und ich mit meinem Vater hinter her. Bis zur Hälfte ca. da wartete der Freund meines Vaters auf uns. Der hatte original nichts Besseres zu tun, als zu sagen „wenn man halt paar kg Zuviel hat, kann man nicht schneller sein“! Ich muss sagen, mir tat das zu dem Zeitpunkt so weh. Das kann ich euch gar nicht beschreiben. Ich war gerade so stolz, dass ich eine so lange Wanderung geschafft hatte, vor allem nach den Monaten der Bettruhe und den unzähligen Krankenhausaufenthalten. Ich war so enttäuscht über eine so dumme und unüberlegte Aussage von jemanden der sich Freund meiner Eltern schimpft.  Für mich war der Tag somit gelaufen. Ich drehte um, ging zum Auto zurück und ich glaub ich habe an diesem Tag kein Wort mehr gesprochen.

Es sind zwar immer nur Kleinigkeiten. Aber sie verursachen tiefe Krater in meiner Seele.

Auch im letzten Jahr, war ich mit meiner Tochter einkaufen. Da trafen wir eine alte Schulkollegin von mir. Wir haben uns kurz unterhalten, dann kam ihre Mutter dazu. Welche dann meinte…. „oh ich habe dich gar nicht erkannt, da du so dick geworden bist“ und klopfte mir noch rotzfrech auf mein Hinterteil. Das Beste war, sie hörte auch gar nicht damit auf. 

Wieder das gleiche, der Tag war gelaufen ich zuckte kurz darauf völlig aus. Wie können Menschen nur so sein. Überhaupt genau die, die selbst so einen Dreckhaufen vor der Türe haben.

Manche von euch werden das nicht verstehen warum mich das so aufregt, andere werden es sehr gut verstehen. Ich bin bei diesem Thema halt echt sensibel.

Und außerdem brauche ich dann Tage bis ich mich wieder beruhigt habe.

Das war letztes Jahr schon so, was glaubt ihr wie es mir jetzt unter der Cortison Therapie geht. Mein Gesicht ist einem Hamster gleichzustellen.

Mein Hals mein Nacken alles so aufgeblasen. Nennt man dann Stiernacken.

Ich sehe die Blicke von den Menschen, die mich normal kennen und die jetzt nicht wissen was mir fehlt.

Wenn ich derzeit einkaufen gehe, Wickel ich mir ein langes Seidentuch um den Hals und das halbe Gesicht, dass es einfach niemand sieht, bzw. so wenig wie möglich von mir sieht.

Die Augenringe tief und dunkel. Ich sehe einfach krank aus.

Ich habe jetzt 4 Monate hinter mir, die restlichen 2 schaffe ich auch noch. Obwohl jeder einzelne Tag ein Kampf ist.

Während der Therapie, ist halt jedes falsche Wort für mich irre belastend. Es bring mich jede Kleinigkeit aus der Ruhe. Und da muss jetzt oft niemand etwas sagen. Es reicht, wenn ich mich im Spiegel sehe.

Normal sitze ich nicht ständig zuhause rum. Das halte ich eigentlich gar nicht aus. Im Gegensatz zu meinem Mann, dem wäre des glaub ich egal, wenn er zuhause auf der Couch sitzen kann, ist er glücklich.

Vor kurzem war ich in Ungarn mit einer Freundin, dort wurden mir auch meine Grenzen wieder aufgezeigt. Wir gingen Shoppen, leider musste ich nach knapp 30 Min das Geschäft verlassen, da ich sonst kollabiert wären. Das sind die Momente, die dich am Boden der Tatsachen holen. Und dann kommt meine Angst, werde ich jeh wieder ganz gesund?

Kapitel 12.0 Schmerzen!

Schmerzen!

Leider hatte ich dann wieder mal ein neues Problem, aufgrund der Therapie. Da ich ja kein Immunsystem habe, hat sich leider eine Wunde gebildet, welche jetzt chirurgisch saniert gehörte, da sie von selber leider nicht mehr abheilen kann.

Ich wurde von meiner Internistin zur Chirurgin geschickt, welche mich weiter ins Krankenhaus schickte. Dort wurde ich vom Primarius empfangen.

Es wurde alles fachlich kompetent und sehr freundlich (herzlich) besprochen. Der Arzt ist ein sehr ruhiger Arzt und wirkt dadurch auch sehr vertrauenswürdig. Er antwortet auch genau auf meine Fragen, verstand meine Ängste. Auch der OA welche mit mir noch die OP Einwilligung machte, hatte genau die gleichen Eigenschaften. Ich wurde auf dieser Station schon einmal operiert und hatte dies schon einmal sehr positiv erlebt.

Somit erhielt ich einen OP Termin einige Tage später.

OP Tag

Ich musste mich um 8 Uhr in der Ambulanz einfinden. Dort ging alles schnell. Ich wurde dann auf mein Zimmer gebracht, dort folgte die pflegerische Aufnahme, welche wie im Bilderbuch stattfand.

Die zuständige Schwester erklärte mir den Tagesablauf, wie es mit dem Essen funktioniert, wo ich was finde, weiters forderten sie mich auf mich zu melden falls ich Schmerzen haben sollte, was ich auch einmal in Anspruch nehmen musste.

Dann wurde ich in den OP Saal gebracht.

Da sie aufgrund meiner Therapie von einer Vollnarkose absahen, wurde bei mir ein Schenkelblock gemacht. Das bedeutet, man ist wach aber man spürt nichts.

Ich bekam im OP eine Videobrille auf, dort konnte ich mir einen Film aussuchen, oder eine Doku etc. Es sind wirklich Filme für alle drauf. Ich entschied mich für TED.

Somit ist man auch gut abgelenkt und man hört nicht was gesprochen wird. Nachdem ich schon einige Zeit selber im OP gearbeitet habe, weiß ich wovon ich rede.

Na ja, ganz so simpel war es dann glaub ich doch nicht, denn als ich einen kurzen Schmerz spürte, habe ich mich bewegt, was man aber nicht sollte in der Position und dann war finster.

Da hat mir wohl der liebe Anästhesist ein „Spritzerl“ gegeben. Auf jeden Fall hat es seinen Sinn erfüllt und die OP konnte weiter gehen.

Zurück im Zimmer, kamen die Schwestern und übernahmen mich. Sie meinten nicht alleine aufstehen und ich soll mich melden, wenn ich Hilfe brauchen sollte.

Ich blieb eine Nacht und am nächsten Tag durfte ich wieder heim.

Ich frage mich, ist es noch so das in kleinen Krankenhäusern auf das Personal mehr geschaut wird? Es ist nur schade, dass man mit schweren Erkrankungen gezwungen ist die großen Anstalten zu besuchen.