Kapitel 13.0

Die Tage der Finsternis!

Wie ich euch ja schon berichtet habe, gibt es mit den ganzen Tabletten auch ein Haufen Nebenwirkungen. Am meisten belastet mich, dass es brutal auf die Psyche geht. Wie nutzlos und wie hässlich man sich dabei fühlt kann man kaum beschreiben.

Bei mir sind mittlerweile die Spiegel abgehängt, damit ich mich nicht sehen muss. Denn jedes mal, wenn ich ein Spiegelbild von mir sehe, erschrecke ich so dermaßen, dass ich direkt losheule.

Es gibt oft Tage, an denen ich so gerne etwas unternehmen würde, dann sehe ich mich im Spiegel, dann mag ich nicht mehr.

Ich bin die letzten 2 Jahre so oft wegen ein paar Kilogramm, die ich mehr habe seit ein paar Geschehnisse vor paar Jahren, blöd angemault worden.

Normal sollte ich da drüberstehen, aber das kann ich leider nicht. Bei mir zuhause war es so, dass es sich ständig nur um die Figur drehte. Für meine Eltern ist schlank sein das Amen im Gebet. Alles wird daran festgemacht. Und wenn man sie trifft, dann belehren sie einem, was man machen sollte damit man wieder DÜNN wird. Damit man in die Gesellschaft passt. Fasten ist ihre Mission.

Es war eigentlich immer so, dass ich immer egal wann, ich dachte ich sei zu dick.

Wenn ich jetzt Fotos von früher ansehe, verstehe ich mich selbst nicht. Wie kann man ein so falsches Selbstbild von einem selbst haben.

Ich selbst bin eigentlich auch gerne schlank, da ich ja gerne Sport mache.

Letzten Sommer hatte ich ein Erlebnis diesbezüglich.

Wir gingen an einem schönen Wochenende mit meinen Eltern und ihren Freunden wandern. Für mich war es die erste Wanderung in höheren Lagen. Ich wählte mein Tempo so, dass es dem Puls angepasst war. Es lief gar nicht schlecht, für meine derzeitigen Verhältnisse. Natürlich gingen die schnelleren voraus. Und ich mit meinem Vater hinter her. Bis zur Hälfte ca. da wartete der Freund meines Vaters auf uns. Der hatte original nichts Besseres zu tun, als zu sagen „wenn man halt paar kg Zuviel hat, kann man nicht schneller sein“! Ich muss sagen, mir tat das zu dem Zeitpunkt so weh. Das kann ich euch gar nicht beschreiben. Ich war gerade so stolz, dass ich eine so lange Wanderung geschafft hatte, vor allem nach den Monaten der Bettruhe und den unzähligen Krankenhausaufenthalten. Ich war so enttäuscht über eine so dumme und unüberlegte Aussage von jemanden der sich Freund meiner Eltern schimpft.  Für mich war der Tag somit gelaufen. Ich drehte um, ging zum Auto zurück und ich glaub ich habe an diesem Tag kein Wort mehr gesprochen.

Es sind zwar immer nur Kleinigkeiten. Aber sie verursachen tiefe Krater in meiner Seele.

Auch im letzten Jahr, war ich mit meiner Tochter einkaufen. Da trafen wir eine alte Schulkollegin von mir. Wir haben uns kurz unterhalten, dann kam ihre Mutter dazu. Welche dann meinte…. „oh ich habe dich gar nicht erkannt, da du so dick geworden bist“ und klopfte mir noch rotzfrech auf mein Hinterteil. Das Beste war, sie hörte auch gar nicht damit auf. 

Wieder das gleiche, der Tag war gelaufen ich zuckte kurz darauf völlig aus. Wie können Menschen nur so sein. Überhaupt genau die, die selbst so einen Dreckhaufen vor der Türe haben.

Manche von euch werden das nicht verstehen warum mich das so aufregt, andere werden es sehr gut verstehen. Ich bin bei diesem Thema halt echt sensibel.

Und außerdem brauche ich dann Tage bis ich mich wieder beruhigt habe.

Das war letztes Jahr schon so, was glaubt ihr wie es mir jetzt unter der Cortison Therapie geht. Mein Gesicht ist einem Hamster gleichzustellen.

Mein Hals mein Nacken alles so aufgeblasen. Nennt man dann Stiernacken.

Ich sehe die Blicke von den Menschen, die mich normal kennen und die jetzt nicht wissen was mir fehlt.

Wenn ich derzeit einkaufen gehe, Wickel ich mir ein langes Seidentuch um den Hals und das halbe Gesicht, dass es einfach niemand sieht, bzw. so wenig wie möglich von mir sieht.

Die Augenringe tief und dunkel. Ich sehe einfach krank aus.

Ich habe jetzt 4 Monate hinter mir, die restlichen 2 schaffe ich auch noch. Obwohl jeder einzelne Tag ein Kampf ist.

Während der Therapie, ist halt jedes falsche Wort für mich irre belastend. Es bring mich jede Kleinigkeit aus der Ruhe. Und da muss jetzt oft niemand etwas sagen. Es reicht, wenn ich mich im Spiegel sehe.

Normal sitze ich nicht ständig zuhause rum. Das halte ich eigentlich gar nicht aus. Im Gegensatz zu meinem Mann, dem wäre des glaub ich egal, wenn er zuhause auf der Couch sitzen kann, ist er glücklich.

Vor kurzem war ich in Ungarn mit einer Freundin, dort wurden mir auch meine Grenzen wieder aufgezeigt. Wir gingen Shoppen, leider musste ich nach knapp 30 Min das Geschäft verlassen, da ich sonst kollabiert wären. Das sind die Momente, die dich am Boden der Tatsachen holen. Und dann kommt meine Angst, werde ich jeh wieder ganz gesund?

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Kapitel 12.0

Schmerzen!

Leider hatte ich dann wieder mal ein neues Problem, aufgrund der Therapie. Da ich ja kein Immunsystem habe, hat sich leider eine Wunde gebildet, welche jetzt chirurgisch saniert gehörte, da sie von selber leider nicht mehr abheilen kann.

Ich wurde von meiner Internistin zur Chirurgin geschickt, welche mich weiter ins Krankenhaus schickte. Dort wurde ich vom Primarius empfangen.

Es wurde alles fachlich kompetent und sehr freundlich (herzlich) besprochen. Der Arzt ist ein sehr ruhiger Arzt und wirkt dadurch auch sehr vertrauenswürdig. Er antwortet auch genau auf meine Fragen, verstand meine Ängste. Auch der OA welche mit mir noch die OP Einwilligung machte, hatte genau die gleichen Eigenschaften. Ich wurde auf dieser Station schon einmal operiert und hatte dies schon einmal sehr positiv erlebt.

Somit erhielt ich einen OP Termin einige Tage später.

OP Tag

Ich musste mich um 8 Uhr in der Ambulanz einfinden. Dort ging alles schnell. Ich wurde dann auf mein Zimmer gebracht, dort folgte die pflegerische Aufnahme, welche wie im Bilderbuch stattfand.

Die zuständige Schwester erklärte mir den Tagesablauf, wie es mit dem Essen funktioniert, wo ich was finde, weiters forderten sie mich auf mich zu melden falls ich Schmerzen haben sollte, was ich auch einmal in Anspruch nehmen musste.

Dann wurde ich in den OP Saal gebracht.

Da sie aufgrund meiner Therapie von einer Vollnarkose absahen, wurde bei mir ein Schenkelblock gemacht. Das bedeutet, man ist wach aber man spürt nichts.

Ich bekam im OP eine Videobrille auf, dort konnte ich mir einen Film aussuchen, oder eine Doku etc. Es sind wirklich Filme für alle drauf. Ich entschied mich für TED.

Somit ist man auch gut abgelenkt und man hört nicht was gesprochen wird. Nachdem ich schon einige Zeit selber im OP gearbeitet habe, weiß ich wovon ich rede.

Na ja, ganz so simpel war es dann glaub ich doch nicht, denn als ich einen kurzen Schmerz spürte, habe ich mich bewegt, was man aber nicht sollte in der Position und dann war finster.

Da hat mir wohl der liebe Anästhesist ein „Spritzerl“ gegeben. Auf jeden Fall hat es seinen Sinn erfüllt und die OP konnte weiter gehen.

Zurück im Zimmer, kamen die Schwestern und übernahmen mich. Sie meinten nicht alleine aufstehen und ich soll mich melden, wenn ich Hilfe brauchen sollte.

Ich blieb eine Nacht und am nächsten Tag durfte ich wieder heim.

Ich frage mich, ist es noch so das in kleinen Krankenhäusern auf das Personal mehr geschaut wird? Es ist nur schade, dass man mit schweren Erkrankungen gezwungen ist die großen Anstalten zu besuchen.

Kapitel 11.0


Therapiestart

Es war der 6.12.2018 als ich mit meiner angeordneten Therapie startete.

Eigentlich bestand die Therapie darin, Tabletten zu nehmen. Und ich musste einmal die Woche zur Blutabnahme. Und nebenbei warten was passiert. Schonen und nicht mehr als 70 Puls meinten sie noch.

Somit startete ich mit der höchst Dosis an Cortison. Und all den anderen guten Tabletten.

Meine Liste: Acemin, Concor Cor, Aprednisolon,Imurek, Pram, Torasemid, Eplozot, Lidaprim forte, Pantoloc, Calzium Vit D….

Ich schreibe extra keine Mengenangaben, da diese individuell bei jedem Patienten angepasst werden.  

Die Nebenwirkungen ließen natürlich nicht lange auf sich warten. Das kribbelnde Gefühl, das meinen Körper durchströmt, war wirklich gewöhnungsbedürftig. Es machte einen richtig unruhig. Innerlich war ich ein Ameisenhaufen. Ständig kribbeln die Beine und man hat das Gefühl man müsse sich bewegen.

Abends war mein Körper ausgelaugt, er war fertig, ich konnte aber trotzdem nicht rasten. Da mein Geist hell wach war.

Ich habe Nächte lang wach gelegen, meist bin ich dann um 3 Uhr eingeschlafen, und um 5 war ich wieder wach. Das geht einige Tage, aber irgendwann fängt man an die Nerven wegzuschmeißen. Da die Reizbarkeit mit dem Cortison um das maximale steigt und dann noch in der Kombination mit Schlafenzug, bringt einem diese Situation kurz vor den Wahnsinn.

Man kennt sich selber nicht mehr, der Körper ist ein anderer, leider auch der Geist.  Meinen Grundprinzipien bleibe ich natürlich treu. Aber alles andere befindet sich im ersten Monat der Therapie im Ausnahmezustand. Im ersten Monat am schlimmsten, leider wird das in den weiteren Monaten nicht viel besser.

Am besten wäre es, in diesem Zeitraum, allein in eine Gummizelle gesperrt zu werden. Da kann man dann nichts anstellen und nichts und niemanden zu nahetreten. Unsere Beziehung wird täglich aufs Neue auf die Probe gestellt……

Dass das Immunsystem in Keller gefahren wird, merkt man so nicht. Erst wenn du einen Kranken neben dir hast. Und du dann erfährst wie schnell man Halsweh bekommen kann, ohne Immunabwehr.

Das fühlt sich ca. so an, als ob man die ersten 3 Tage einer Erkältung im Schnelldurchlauf laufen würden und sich dann nach 2 Stunden fühlt als ob es Tag 3 der Erkältung wäre.

Also auf Halskratzen folgt, Halsschmerzen und Nase zu. In einer Geschwindigkeit das einem übel wird. Und die Schmerzen waren sofort massiv. So kannte ich es gar nicht. Mit Schmerzen meine ich die Lymphknoten, die sofort schmerzen.

Der erste Monat war der blanke Horror. Wenn ich ehrlich bin brauche ich das kein 2. Mal mehr.  

Natürlich, wie sollte es auch anders sein, fing ich mir wieder einen Husten ein. Ich habe mir mittlerweile ein Inhalationsgerät gekauft, mit welchen ich zu Hause kalt inhalieren kann.

Diesmal war der Husten nicht so schlimm und ging dann auch bald mal wieder weg. Die Therapie lief weiter.

Ich meide jetzt alle Menschenansammlungen und alle Plätze, an welchen man sich leicht etwas einfangen kann.

Somit komme ich mir zuhause vor wie im Gefängnis. Mit Fußfessel zuhause eingesperrt. Frei und doch nicht frei.

Kapitel 10.3


Die Hochzeit!

Die Zeit vor der Hochzeit verging wie im Flug. Es war immer etwas zu tun, trotzdem kam kein Stress auf. Martina und ich hatten alles unter Kontrolle.

Der Therapiestart wurde auf die Woche nach der Hochzeit verlegt.

Dann war er endlich da, unser großer Tag.

Ich schlief bei meinen Eltern, dort wurde ich in der Früh mit meinem Lieblingsfrühstück geweckt. Die meisten von euch werden es nicht kennen, aber mein Lieblingsfrühstück ist Sterz mit Kaffee, auch Polenta genannt.

Danach ging es zum Friseur und anschließend war meine Visagistin bei mir. Dann kam meine Trauzeugin, um mir beim Anziehen zu helfen. Da waren sie sogar zu 2. Damit alles passt.

Kurz darauf fand ich mich im Brautauto wieder. Alles lief ab wie im Film. In Lendorf beim Standesamt angekommen, stieg dann doch die Nervosität. Alle Gäste wurden in den Trauungssaal gebeten, wo sie nun auf mich warteten.

Ich wurde von meinen Eltern zum Altar begleitet. Meinem Freund fielen die Augen raus. Er rechnete nicht mit einem richtigen Brautkleid. Er dachte ich hätte einfach ein Kleid an, für das Standesamt. Somit war meine Überraschung geglückt.  Das Standesamt wurde mit der ausgewählten Musik untermalt. Es war als sollte alles so sein. Es war perfekt.

Wir gaben uns das JA Wort im Beisein unserer Liebsten. Mein Mann holte nach der Trauung auch Amelie nach vorne und überreichte ihr ein Geschenk. Als Zeichen, dass wir 3 jetzt eine Familie sind. Er fand liebe Worte und überreichte ihr die Kette, welche er vorlauter Zittern fast nicht zu bekam. Alle waren zu Tränen gerührt.

 Danach gab es einen kleine Sektempfang im Standesamt. Kurze Zeit später machten wir uns auf den Weg zur Tafel, welche auf der Burg stattfand. Dort angekommen, mussten wir noch Fotos machen, danach konnten wir uns in Ruhe um unsere wenigen Gäste kümmern. Nicht mal das Brautstehlen konnten meine Mädels auslassen. Ruck Zuck ging es und weg war ich! Die Braut stehlen ist hier bei uns ein alter Brauch. Wer den Brautstrauß hat, darf die Braut entführen bzw. stehlen. Und meine Trauzeugin durfte mich suchen und auslösen. Das ist meist eine sehr lustige Angelegenheit. Unter normalen Umständen endet so ein Entführen meist sehr flüssig. Das ist ja aus gesundheitlichen Gründen leider nicht möglich gewesen.

Gegen Abend fuhren wir noch zu meinen Eltern, welche für das Abendessen sorgten. Im großen Wintergarten, im elterlichen Haus, ließen wir unsere Hochzeit ausklingen.

Wir hatten zwar keine Musik und keine Kirche, aber trotzdem war und ist es der schönste Tag in unserem Leben.  

Ich war so dankbar, dass dies so problemlos über die Bühne ging. Und jetzt konnte ich mich auf meine Therapie konzentrieren. Welche in wenigen Tagen startete.

Steckbrief

Kleinigkeiten aus meinem Leben.

Wie ihr schon wisst, bin ich eine Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester. Mein Diplom habe ich 2002 erhalten. Vorher absolvierte ich eine LEHRE als Einzelhandeslkauffrau. Und zwischen dem allen machte ich die Ausbildung zum Schneesportlehrer. Meine Schilehrertätigkeit übte ich ab 1998 aus. Zuerst am Katschberg dann in Bad Kleinkirchheim und ab 2003 in der Schischule Zürs am Arlberg. In welcher ich einige Saisonen als Schneesportlehrer verbrachte. Mit Sicherheit die schönsten Jahre meines bisherigen Lebens.

Dies alles war möglich, weil ich eine Sommeranstellung als Krankenschwester hatte und den Winter über frei gestellt wurde. Eine perfekte Abwechslung zum harten Pfegeberuf. Im Winter tankte ich Energie für meine Patienten und den Sommer stand ich ihnen motiviert zur Seite. 2007 kam meine Tochter auf die Welt, welche mich nach wie vor auf Trap hält. Erst nach der Geburt meiner Kleinen, wurde mein Leben etwas ruhiger. Sobald sie auf die Ski stand, begleitete sie mich auf den Arlberg, jede frei Minute. Und ansonsten durfte sie auch mal bei den Großeltern bleiben. Und ich musste alleine ein paar Wochen am Berg, Geld verdienen. Und natürlich wollte ich meine Stammgäste nicht verlieren, welche ich mir über Jahre aufgebaut hatte.

Als Krankenschwester habe ich mir schon einige Häuser angesehen, im In- und Ausland. Darum kann ich auch ziemlich genau darüber berichten, wie ich es jetzt in der Rolle der Patientin erlebe. Eigentlich wäre ich ein guter Krankenhaustester. Schade dass wir den Beruf noch nicht haben.

Kapitel 10.1

Planänderung!

Nach dem Anruf von Innsbruck musste ich noch den Tuberkulin Test machen. Dies dauerte nochmal 2 Wochen. Und wie sollte es auch anders sein,bekam ich genau in dieser Zeit wieder eine Bronchitis. Da ich ja einen Termin beim Lungenfacharzt hatte, machte er ein Lungenröntgen und einen Lungenfunktionstest.Soweit war alles in Ordnung, es sind halt wieder die Bronchien. Die Bronchien sind meine Schwäche.

Somit bekam ich wieder viele Tabletten und auch einen Cortison Spray und auch einen Bronchien erweiternden Spray.

Und somit wurde der Therapiestart wieder verschoben.

Jetzt begannen meine Zweifel über die bevorstehende Hochzeit, im kommenden Sommer, zu steigen. Würde sich der Hochzeitstermin denn überhaupt ausgehen? Was ist, wenn noch etwas unerwartetes passiert? Dann würde ich zu meiner Hochzeit noch Cortison schlucken. Was ist, wenn ich nicht mehr gesund werde? Auch diese Möglichkeit müssen wir in Betracht ziehen.

NEIN, dass wollte ich ganz bestimmt nicht. Leider war es dann so, dass je länger ich darüber nachdachte,mir immer klarer wurde, dass der Termin unmöglich stattfinden könne. Mich zerriss der Gedanke innerlich, es war ja schon alles geplant, Hochzeitstafel in der Burg Sommeregg, standesamtliche Trauung im Klingerpark in Seeboden direkt am SEE, kirchliche Hochzeit in Millstatt in einer wunderschönen Kirche in welcher mein lieblings Chor singen sollte.Meine Wunsch Band The Preachers hatten schon zugesagt.Alles war fix. Und jetzt das.

Und alles nur, weil sich eine Ärztin etwas vermessen hatte.  (vermutlich)

Nur nochmal zur kurzen Erinnerung, da mich diese Ärztin für Gesund befunden hatte, wurde mein Krankenstand beendet, meine Hochzeitsplanung endete im Desaster, beim AMS gab es die größten Schwierigkeiten. Ein Traum. Eine Entscheidung musste her!

Nach einigen Gesprächen über die Hochzeit, überlegten wir,die standesamtliche Hochzeit vor zu verlegen. Und die Kirchliche nachzuholen sobald ich gesund bin. Es ist schon der Aspekt Absicherung im Hintergrund, und natürlich Liebe. Aber für den Fall, dass mir etwas passieren würde, ist zuhause alles geregelt. Somit entschieden wir mitte November, dass wir die Hochzeit kurzerhand vorverlegen. Somit musste ich alle Termine neu koordinieren. Die ganze Hochzeitsliste mit den Gästen musste auf die Schnelle geändert werden. Dann rief ich bei unserem Standesamt an, bei welchem wir den Termin für den Sommer vereinbart hatten. Leider war dort kein Termin zur Verfügung, welches sich aber später als Glücksfall herausstellte. Daraufhin fragte ich im Nachbar Ort ob das Standesamt noch einen Termin frei hätte, in 2 Wochen.

Sie

war zwar etwas überrascht, aber es war kein Problem.Also stand unser Termin jetzt fest. 1.12.18.

Es waren jetzt noch genau 18 Tage bis zur Hochzeit.

Noch leicht geschwächt von meiner Bronchitis, mit welcher ich täglich meinen Kampf austragen musste, war ich wunderbar abgelenkt, mit meinen Hochzeitsplanungen. Meine Hauptaufgabe war es jetzt ein Kleid zu finden.In 2. Wochen.

Alle anderen Termine ließen sich verschieben und absagen.Mir hat es das Herz zerrissen. Denn ich hatte mich so auf eine große Hochzeitmit der ganzen Familie gefreut.

Jetzt hatten wir das Problem, wem Laden wir ein damit niemand beleidigt ist.

Wir kürzten die Liste von 100 auf 20.

20 deshalb, weil wir gesagt haben, wenn wir jetzt nur mit unseren Eltern essen gehen, dann wird das die langweiligste Veranstaltung, auf welcher wir je waren. Und sorry, ohne wenigstens ein paar Freunden wäre es nicht das gleiche. Ich wollte ja auch mein Glück mit meinen Lieben teilen. Und was wir auf keinen Fall wollten, Stress, Streit oder Menschen, die uns nicht mögen. Und ich bin mir sicher, dass viele von euch genau wissen wovon ich rede.

Somit kamen dann noch ein paar Freunde dazu, vor allem jene, die mir in diesem letzten Jahr zur Seite standen. Welche für mich da sind und waren. Und welche die noch nie nachgefragt hatten, denen es eigentlich egal ist wie es uns geht, wurden leichter von der Liste gestrichen.

Mir war aber eigentlich auch nicht klar, dass man sogar daraus ein Drama machen kann. Aber so ist die Menschheit.

Durch die tolle Unterstützung meiner Freundin Martina, war die Hochzeit ruckzuck durchgeplant und auch organisiert. Sie machte die Hochzeitstorte, die Deko, die Dankeschön Geschenke. Einfach alles.

Die Einladungen machten wir gleich am Computer, die waren nach einer Woche da.

Und die Gäste wurden vorher zum Mittagessen bei uns eingeladen. Das heißt, sie wussten nichts von der Hochzeit. Nur vom Mittagessen.

Im Internet suchte ich mir einen Brautsalon, in welchen ich eventuell ein Kleid leihen könnte. Dort fand ich Jasmin Katholnig, welche einen Event und Hochzeitsmode Verleih und Schneiderei hat. Termin war gleich vereinbart, Kleider waren hergerichtet. Also es war Tip Top vorbereitet. Und eigentlich war die Sache auch gleichmal geritzt. Denn mein Kleid war gleich dabei. Anprobiert, sowas von gepasst, gekauft. 1,5 Wochen vor der Hochzeit. Perfekt. Alles was noch nicht passte, wurde von Jasmin passend gemacht, sie hatte gute eigene Ideen. Eine Jacke in der passenden Farbe, zum Anzug des Bräutigams wurde noch dazu genäht.

Ich hätte zu diesem Zeitpunkt, niemals geglaubt das ich in so kurzer Zeit mein Traumkleid auch noch finde. Aber dank Jasmin war dies überhaupt kein Problem. Preis Leistung Tip Top.

Somit nahm die Hochzeit formen an und wir schafften wirklich innerhalb von Tagen alles zu ändern. Und dank allen die mir entgegen kamen. Und die Stornierung der Hochzeit ohne Probleme annahmen.

Der große Tag rückte näher. 

Kapitel 10.0

Biopsie Ergebnis

Endlich war das Biopsie Ergebnis da.

Zurück von meinem neuerlichen Krankenhaus Aufenthalt, über welchen ich im Kapitel 9.0 und 9.1 berichtete, hieß es warten auf das Biopsie Ergebnis aus der Fachklink.

In der Zwischenzeit verbrachte ich das Warten, mit meinen Mädels, beim Walken, denn wer rastet der rostet. Und der Herbst ist eine wunderschöne Jahreszeit. Alle Blätter verfärben sich, die Luft ist viel klarer als im Sommer. Man hat eine phänomenale Fernsicht. Wir fuhren oft auf den Berg und gingen dort eine wundervolle Runde spazieren, auf den flacheren Höhenwegen. Die Berge geben einfach ein unbeschreibliches Freiheitsgefühl und ich kann meine leeren Energie Tanks auffüllen.

Das ist mit Sicherheit der Grund, warum meine Hobbys Skifahren, Wandern und Klettern sind.

Es sind nicht nur meine Hobbys, es ist eigentlich mein Leben. Für mich war es schon eine Umstellung Walken zu gehen, denn das ist ja nur für alte Leute, dachte ich. Naja, ich muss sagen, wenn man es richtig macht, ist es sogar anstrengend. Mehr als man erwartet. Aber zu dem Thema komme ich noch in einen separaten Beitrag.

Zurück zu meinem erwarteten Anruf.

3 Wochen nach der Biopsie kam dann endlich der so sehr erwartete Anruf. Mein Telefon vibrierte, ich schaute auf das Display und sah, dass es die Fachklinik war. Mein Herz begann wie wild zu rasen.

Ich bekam Schweißperlen auf meiner Stirn vor lauter Aufregung. Zitternd hob ich ab und auf der anderen Leitung war mein betreuender Oberarzt. Er war sehr freundlich und erklärte mir alles in Ruhe. Er meinte, dass meine Ergebnisse da seien und es sich leider bestätigt hat, dass nach wie vor Entzündungsherde in meinem Herzen sind. Dies bedeute jetzt, alles wieder auf Anfang.

Er meinte, dass ich so schnell wie möglich mit der Therapie starten soll. Therapiestart ist dann mit meiner Internistin vereinbart worden, alles was zu beachten ist wurde mit ihr besprochen, damit ich nicht immer hunderte Kilometer in die Klinik fahren muss. 

Da es sich hierbei um eine Immunsuppression handelt, muss man auch vor Therapiestart auf alles Mögliche getestet werden. HIV, Hepatitis, TBC und noch viele viele andere Krankheiten. Diese Tests erfolgen, um vor Therapiestart alle Infektionskrankheiten auszuschließen. Denn angenommen man hätte eine unentdeckte Krankheit und man fährt das Immunsystem runter, könnt ihr euch ausrechnen was passiert.

Denn dann können sich Krankheiten ungehindert ausbreiten bzw. fortschreiten. Das Gute für mich in der Situation war, jetzt weiß ich, dass ich sonst nichts habe. Wobei mir das Problem mit meinem Herzal reicht.

Er erklärte mir, dass sie mein Immunsystem runterfahren, da dies mein Herz einfach die ganze Zeit angreift. Ob es eine Grippe war oder ob es meine Bronchitis war kann man nicht mehr feststellen, es wird eben vermutet das ich einen Virus im Herzen hatte und jetzt mein Immunsystem verrücktspielt.

Entzündungsherde wurden gefunden und diese müssen definitiv verschwinden. Da diese mein Herz weiter schwächen.

Darum heißt es jetzt „ 6 Monate Tabletten nehmen „.

Körperliche Schonung, Salzarm Ernähren, Gewichtskontrollen, Blutkontrollen, Blutdruck messen tgl.

Und nicht zu vergessen, ein paar Tabletten damit sie mein Immunsystem unterdrücken können. Start in diese Therapie ist mit 75mg Cortison dann doch sehr hoch. Mein Hausarzt beschrieb es so schön,

„Da fühlt man sich wie ein Hamster im Laufrad, ich kann euch eines sagen, dass ist noch untertrieben.“