Kapitel 9.0 Ein Tag zum Vergessen!

Ein Tag zum Vergessen! Diesen Krankenhausaufenthalte werde ich wohl nie wieder vergessen.

Wie mit meiner Internistin besprochen machten wir uns am Vormittag auf den Weg ins Krankenhaus. In welches mich dieses mal mein Vater brachte. Dort angekommen machten wir uns gleich auf den Weg , in die Richtige Ambulanz. Diese war auf der Zuweisung vermerkt.

Wir meldeten uns bei der Anmeldung an und mussten eigentlich gar nicht lange Warten. Da wir die einzigen dort waren. So wurde ich auch gleichmal aufgerufen. Im Untersuchungszimmer fragte mich die Ärztin was mir denn fehle. Ich erklärte ihr alles, was ich an diesem morgen erlebt hatte und erzählte auch von der Biopsie. Sie wirkte regelrecht gelangweilt, saß lümmelnd in ihrem Sessel. Danach sah sie mich an und machte mit mir 3-4 Tests und teilte mir mit, dass mir körperlich nichts fehlt aber sie meinte dann, dass es sicher Psychisch ist. Gleichzeitig hat sie mir noch eine Überweisung für ein Schädel CT in die Hand gedrückt. Das war jetzt aber nur mehr nebensächlich. Denn als sie dieses eine WORT in den Mund nahm, sah ich ROT.“PSYCHISCH“. An die genauen Wortlaute welche ich dann benutzte kann ich mich nicht mehr so genau erinnern, aber sie war die eine, die das Fass zum Überlaufen  brachte. Die Untersuchung hat ein paar Minuten gedauert. Abgestempelt als Simulant oder keine Ahnung was, sagte sie ich könne Heim fahren. Ich habe dann direkt vor der Ambulanz mit meiner Internistin telefoniert, welche dann sagte, ich soll ihr mein Telefon weiter reichen. 

Somit klopfte ich nochmal an der Tür und reichte ihr mein Telefon. Keine Ahnung was besprochen wurde, aber danach bekam ich wenigstens noch Untersuchungen.

Ihr müsst euch vorstellen, es ist schon nicht leicht wenn man halbwegs fit ist, einen Tagesausflug in das Krankenhaus zu machen. Aber wenn es halt beim Herz fehlt, ist alles mühsam. Ich war  total zittrig und durch geschwitzt bis zum Kopf und durch die Aufregung dieses Tages war ich es heute noch mehr. Da ich dann schon wieder fast am kollabieren war bekam ich eine Liege und 2 Glas Wasser!

Nach dieser ganzen Aufregung wurde ich zu Untersuchungen gebracht und auf eine andere Station. In welcher mich ein junger Oberarzt empfing. Ich erkärte ihm nochmal alles und gab ihm meine Unterlagen zum Thema Herz. Er ordnete die Stationäre Aufnahme an und eine weitere Untersuchung für den nächsten Tag und eine Ergometrie also Überwachung für 24h. Danach hatte er leider Dienstschluss und ich wurde in den Aufnahmebereich der Station gebracht wo ich hin musste.

Dort machten sie das Aufnahmegespräch, danach hieß es wieder warten. Am Gang standen alles Betten mit meist älteren Patienten darin. Ich war total erschrocken von diesem Gang, so etwas hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Dann wurde ich ins Ärztezimmer gerufen. Dort bekam dann auch ich ein Bett. Endlich. Denn von der ersten Station, auf welcher ich war, war ich dann im Rollstuhl unterwegs. Bis jetzt.

Die Ärztliche Aufnahme war, wie soll ich sagen, ein eigenes Gespräch. Ich erzählte zum Xten male an diesem Tag, was mir passiert war. Daraufhin hat er sich darüber lächerlich gemacht, dass so etwas nicht nach einer Biopsie passieren würde. Darauf sagte ich, das ich es nicht wüsste woher es kommt. Aber das er schon auch verstehen müsse, wenn man von jetzt auf gleich nicht mehr klar sieht, ohne Belastung oder Anstrengung oder sonst was, dass man da dann Angst bekommt? Oder etwa nicht. Mh wahrscheinlich auch PSYCHISCH.

Dann meckerte er los, dass der junge Oberarzt da die Aufnahme annimmt und eine Untersuchung anordnet und dann geht er nach Hause.  

Daraufhin ging die Bettensuche los, das müsst ihr euch so vorstellen, ich liege im Krankenbett, fix und fertig, er sitzt daneben am Telefon und daneben noch eine Schwester. Dann rief er verschiedene Stationen an und fragte um ein freies Bett. Die meisten Antworten waren, dass die Stationen voll belegt waren. Dabei fand ich ein Gespräch besonders gut. Er meinte zu dieser Person am Telefon, ich brauche ein Bett für diese Dame, dann legt sie am Gang, das ist mir Scheiß Egal. Nebenbei noch ein paar nette Kommentare über den jungen Kollegen und dann Gespräch beendet.

Wisst ihr wie ihr euch da fühlt???? Hätte ich können wäre ich aufgestanden und nach Hause gegangen. Glauben die das ich das Spaß halber mache. Weil es so toll ist im Krankenhaus. Mir standen die Tränen bis zum Anschlag. Abgesehen davon, muss ich sagen das so Gespräche neben den Patienten (Quasie neben den KUNDEN) nichts zu suchen haben!

Kurz darauf wurde ich in die Gangbettenschlange geschoben. Dort hieß es wieder warten.

Es war jetzt kurz vor 16 Uhr. Ich bekam weder etwas zum Essen noch zu trinken noch eine Infusion oder ähnliches. BZW nicht nur ich, wie ich später noch erfragen würde.

Irgendwann kam ich dann auf Station. Dort waren die Schwestern so nett und haben die Betten so zusammen gestellt, dass wir 3 Damen im ähnlichen Alter waren, denn in den anderen Zimmern ähnelte diese Station einer Geriatrie. 

Mit den Damen im Zimmer kam ich dann am Abend zum Reden, wie es ihnen am Tag der Aufnahme erging. Und jeder erzählte das gleiche.Auch sie wurden von A nach B geschoben und niemand, wirklich niemand kümmerte sich tagsüber um diese Patienten. Wenn du schon im Bett liegst und gleich Aufgenommen wirst gehörst du aber noch nirgends hin. Darum kümmert sich da auch keiner. Patienten die Stunden im Gangbett warteten und nach der Urinflasche fragten, wurden Stundenlang vertröstet. Bis der Patient meinte, gut dann macht er jetzt ins Bett. Dann war es erst möglich eine Urinflasche zu bringen. Ich verstehe nicht warum so etwas organisatorisch nicht möglich ist. Egal in welcher Ambulanz. Solange du reden und gehen kannst ist es ja gut aber die meisten können nicht von dem Platz an dem sie zu warten haben, weg.

Liebe Leute, da schämt man sich. Die Überlastung und Überarbeitung der Mitarbeiter war auf der Station deutlich zu spüren. Und es wurde uns auch vom Personal bestätigt. Das Personal in diesem Krankenhaus wurde die letzten Jahre massiv abgebaut und leider auch Betten. Danke lieber Landeshauptmann. Gratuliere gut gemacht, selber sicher Sonderklasse versichert. Da fällt das dann nicht so auf. In der 1. Klassen Medizin. 😊

Oder doch 2 – 3 Klassenmedizin?

Symbolfoto…So fühlt man sich als Patient im Gangbett.

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