Kapitel 7.0 Neue Hoffnung

Neue Hoffnung

Nach dieser Schockdiagnose bin ich gleich am nächsten Tag zu meiner Internistin gefahren, um mit ihr die weitere Vorgehensweise zu bereden. Sie konnte es nicht fassen, was ich ihr erzählte.

Sie meinte nur es reicht jetzt, wie lange werden die noch zusehen. Jedes Mal werde ich nach Hause geschickt und jeder hofft das sich jemand anders drum kümmert. Wie es einem da als junger Patient geht, spielt da nur eine nebensächliche Rolle. Meine Internistin beredete dann mit mir alle weiteren Schritte und meinte, dass sie mit der Spezialklinik Kontakt aufnehmen wird und dort mit einem Speziallisten meinen Fall besprechen würde. Sie würde sich die darauffolgenden Tage gleich bei mir melden.

Einige Tage später teilte sie mir dann mit, dass ich einen Termin für einen Herzmuskelbiobsie bekommen habe und dass sich die Speziallisten meinen Fall annehmen würden. Ich war so erleichtert. Endlich wieder ein Lichtblick. Einige Tage später bekam ich die Terminbestätigung, jetzt hieß es nur mehr warten.

In der zwischen Zeit lief alles wie gewohnt. Belastungsfähig war ich noch immer nicht. Ich hatte ja noch immer mein Privates Animationsteam. So bemühte ich mich, so oft es nur geht spazieren zu gehen. Ich kann nicht sagen das es gar nicht besser wurde, meine Ausdauerkondition wurde schon mehr. Nur lies es dann mein Herz nicht zu.

So vergingen die Wochen und mein Termin rückte immer näher. Ich wusste das ich stationär bleiben musste. Deshalb begleitete mich mein zukünftiger Mann, da das Krankenhaus doch 4 Stunden von uns zu Hause weg war.

Endlich war es soweit. Ich war für 10 Uhr bestellt. Auf Station angekommen musst du dich den Aufnahme Ritualen unterziehen, welche dort üblich sind. Ich bekam von den zuständigen Schwestern die Informationen wie es an diesem Tag weiter geht und was noch alles passieren würde. 

Aber zuerst einmal hieß es warten, wie überall. So saßen wir alle, welche an diesem Tag zur Stationären Aufnahme kamen, in einem kleinen Speisesaal bekamen wir zu trinken und zu essen.

Es ist leider so, dass die Patienten, welche an diesem Tag aufgenommen werden, warten müssen bis die Patienten, die nach Hause geschickt werden, welche das Bett belegen. Es ist organisatorisch fast nicht anders möglich, da man auf die Visite warten muss und dann auf die Entlassungspapiere. Eigentlich für beide Seiten mühsam. Wenigstens war genug Platz für alle, genügend Sitzmöglichkeiten.

Dann war es endlich soweit und ich bekam mein Zimmer. Wunderschönes 2 Bett Zimmer, mit einer jungen Mitpatientin. Glück gehabt.

Daraufhin folgte ein Gespräch dem anderen, eine wirklich ausführliche Anamnese von Pflegerischer und Ärztlicher Seite folgte. Ich fühlte mich vom ersten Augenblick an wohl. Jeder einzelne war so bemüht! Dann kam der zuständige Speziallist mit einem 2. OA. Beide erklärten mir genau was jetzt passieren würde und was auf mich zukommt. Ich konnte sie wegen meinen Bedenken fragen, sie standen Rede und Antwort. Dann wurde noch ein MRT angeordnet, in welchen ich mich keine 10 min später befand. Blut wurde abgenommen (22 Röhrchen Blut).Ich wurde, glaube ich, auf alle Viren und Bakterien untersucht die es so gibt. Ultraschall hatte ich schon vorher gemacht.

Dies alles passierte wirklich zackig. Die Aufklärung für die Biopsie am nächsten Tag hatten sie auch schon gemacht. Sie erklärten mir, dass sie dieses Mal über die Leiste rein müssen. Denn bei meiner ersten Herzkatheder Untersuchung sind sie über das Handgelenk rein gegangen. 

Somit ging ein wirklich anstrengender Tag zu Ende.

Am nächsten Tag wurde ich schon um 6 Uhr aus dem Bett geschmissen, da ich das Glück hatte als erster auf der Liste zu stehen. Das ist für mich Glück, weil man es dann einfach schneller hinter sich hat.

Pünktlich um 7 Uhr wurde ich abgeholt. Sie brachten mich in die Angiographie wo sie schon auf mich warteten. Mit einer netten Begrüßung und ein paar lustigen Sprüchen wurde ich begrüßt, ich fühlte mich von der ersten Sekunde wohl. Das ganze Team in diesem Raum war einfach Top. Sie erklärten mir jeden einzelnen Schritt. Dann kam der für mich zuständige Doktor.  

Bevor er anfing ging er mit mir nochmal alles durch. Dann startete er. Das einzige was wirklich schmerzhaft war bei dieser Untersuchung, das war die Betäubungsspritze. OHHHHHHH man das brannte wie FEUER…. Aber wenn das dann aufhört ist alles gut.

Der Arzt erklärte während der ganzen Untersuchung genau wo er sich gerade befand, was er macht, wann er zwickt ( Biobsie) , einfach alles. Ich probierte immer zu fühlen wo sie sind. Dies ist aber gar nicht immer so möglich, da man es fast nicht spürt. Wenn er im Herz war, merkte ich es, das dass Herz dann stolpert. Aber ansonsten merkt man da nicht viel. Es ist eigentlich keine Untersuchung, vor der man sich fürchten sollte. 

Die Untersuchung verlief reibungslos. Es wurden einige Proben aus meinem Herz entnommen, welche jetzt auf alles was es gibt untersucht werden.  Zurück im Zimmer, muss man ja liegen bleiben und darf nicht aufstehen. Genau das Richtige für mich, Läuten nur im Notfall. Das dies hier etwas anders läuft, als wie ich es von den letzten KH Aufenthalten gewöhnt war, war eigentlich gleichmal klar. Es kamen sogar Pfleger vorbei, um zu sehen ob man noch genug zu trinken hat und um nach der Wunde zu sehen und einfach zu fragen ob alles ok ist. Und sie hatten ein paar Minuten, um mit mir zu reden. WOW! So kenn ich es eigentlich auch von ganz früher, nur leider ist dies nicht mehr überall möglich. Dazu muss ich sagen, dass nicht die Kollegen in anderen Bundesländern besser sind, nein das ganz bestimmt nicht, aber sie sind besser besetzt! Da scheint es so als ob nicht alles beim Personal gespart wird, wie bei uns.

Jetzt heißt es warten bis die Ergebnisse vorliegen.

Nach 3 Tagen durfte ich endlich wieder nach Hause. Beim Abschuss Gespräch beredeten wir nochmal alle Möglichkeiten. Und dann erklärten sie mir, dass es wahrscheinlich auf eine Immunsuppressionstherapie rauslaufen würde.

OHHHHH Mann, dass wollte ich jetzt aber gar nicht hören.

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