Kapitel 11.0 Therapie START


Therapiestart

Es war der 6.12.2018 als ich mit meiner angeordneten Therapie startete.

Eigentlich bestand die Therapie darin, Tabletten zu nehmen. Und ich musste einmal die Woche zur Blutabnahme. Und nebenbei warten was passiert. Schonen und nicht mehr als 70 Puls meinten sie noch.

Somit startete ich mit der höchst Dosis an Cortison. Und all den anderen guten Tabletten.

Meine Liste: Acemin, Concor Cor, Aprednisolon,Imurek, Pram, Torasemid, Eplozot, Lidaprim forte, Pantoloc, Calzium Vit D….

Ich schreibe extra keine Mengenangaben, da diese individuell bei jedem Patienten angepasst werden.  

Die Nebenwirkungen ließen natürlich nicht lange auf sich warten. Das kribbelnde Gefühl, das meinen Körper durchströmt, war wirklich gewöhnungsbedürftig. Es machte einen richtig unruhig. Innerlich war ich ein Ameisenhaufen. Ständig kribbeln die Beine und man hat das Gefühl man müsse sich bewegen.

Abends war mein Körper ausgelaugt, er war fertig, ich konnte aber trotzdem nicht rasten. Da mein Geist hell wach war.

Ich habe Nächte lang wach gelegen, meist bin ich dann um 3 Uhr eingeschlafen, und um 5 war ich wieder wach. Das geht einige Tage, aber irgendwann fängt man an die Nerven wegzuschmeißen. Da die Reizbarkeit mit dem Cortison um das maximale steigt und dann noch in der Kombination mit Schlafenzug, bringt einem diese Situation kurz vor den Wahnsinn.

Man kennt sich selber nicht mehr, der Körper ist ein anderer, leider auch der Geist.  Meinen Grundprinzipien bleibe ich natürlich treu. Aber alles andere befindet sich im ersten Monat der Therapie im Ausnahmezustand. Im ersten Monat am schlimmsten, leider wird das in den weiteren Monaten nicht viel besser.

Am besten wäre es, in diesem Zeitraum, allein in eine Gummizelle gesperrt zu werden. Da kann man dann nichts anstellen und nichts und niemanden zu nahetreten. Unsere Beziehung wird täglich aufs Neue auf die Probe gestellt……

Dass das Immunsystem in Keller gefahren wird, merkt man so nicht. Erst wenn du einen Kranken neben dir hast. Und du dann erfährst wie schnell man Halsweh bekommen kann, ohne Immunabwehr.

Das fühlt sich ca. so an, als ob man die ersten 3 Tage einer Erkältung im Schnelldurchlauf laufen würden und sich dann nach 2 Stunden fühlt als ob es Tag 3 der Erkältung wäre.

Also auf Halskratzen folgt, Halsschmerzen und Nase zu. In einer Geschwindigkeit das einem übel wird. Und die Schmerzen waren sofort massiv. So kannte ich es gar nicht. Mit Schmerzen meine ich die Lymphknoten, die sofort schmerzen.

Der erste Monat war der blanke Horror. Wenn ich ehrlich bin brauche ich das kein 2. Mal mehr.  

Natürlich, wie sollte es auch anders sein, fing ich mir wieder einen Husten ein. Ich habe mir mittlerweile ein Inhalationsgerät gekauft, mit welchen ich zu Hause kalt inhalieren kann.

Diesmal war der Husten nicht so schlimm und ging dann auch bald mal wieder weg. Die Therapie lief weiter.

Ich meide jetzt alle Menschenansammlungen und alle Plätze, an welchen man sich leicht etwas einfangen kann.

Somit komme ich mir zuhause vor wie im Gefängnis. Mit Fußfessel zuhause eingesperrt. Frei und doch nicht frei.

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