Kapitel 8.0 Plaudertaschen

Dorfklatsch

Zurück von der Herzkatheteruntersuchung hieß es jetzt warten, denn die Biopsie Ergebnisse dauern leider Wochen. Sie sagten mir, dass sie sich melden sobald sie es wissen.

Eigentlich wusste ich, dass es jetzt nur mehr die eine Möglichkeit gibt. Denn das aller schlimmste wäre, wenn nichts raus kommt und sie weiterhin nicht wüssten woher das ganze kommt.

Also freundete ich mich schon mal mit dem Gedanken an, was mich zu diesem Zeitpunkt nicht Glücklich stimmte. Die Hochzeit steht vor der Tür und wer braucht da schon vorher eine CORTISON Therapie. Ich fragte meine Arzt auch ob dies ein Problem sein könnte. Also Hochzeit und Cortison, er meinte nein warum, aber ich glaube der hat mich nicht richtig verstanden, ist halt auch nur ein Mann! Ihr Frauen versteht sicher meine Bedenken.

So verbrachte ich meine Zeit mit Hochzeitsplanung. Wunderschön endlich wieder etwas sinnvolles zutun. Etwas das einem enorme positive Energie verlieh.

Eines Morgens, es war ca. 6 Tage nach der Biopsie, saß ich beim Frühstück und telefonierte mit einer Freundin. Wir lachten und blödelten am Telefon herum und  tauschten interessante Neuigkeiten aus. Wenn man es genau nimmt nennt man sowas auch Dorfklatsch. Ich trank meinen Kaffee und aß ein Stück Brot und dann plötzlich während dem Gespräch sah ich auf einmal alles verschwommen. Ich schüttelte meinen Kopf und probierte einen Punkt zu fixieren um wieder ein Klares Bild zu bekommen. So wie früher bei den alten TV Geräten, wo man oben drauf gehauen hat und dann ging es wieder. Aber leider war dem nicht so. Meine Freundin redete munter weiter bis sie merkte das ich nicht mehr antwortete. Dann fragte sie was los sei. Ich tat mir richtig schwer etwas zu sagen. Bis ich  dann einen Ton raus bekam.

Ich hatte keine Ahnung was mit mir los war. Diese Situation war ganz neu für mich. Ich maß meinen Blutdruck und Puls, der war nieder, aber nicht mehr als sonst. Zucker konnte es auch nicht sein,ich  aß ja gerade. Mhh ich dachte noch eventuell an die Wirbelsäule. Aber ich wusste es nicht. Dann habe ich doch sicherheitshalber meine Internistin informiert und gefragt was ich denn machen sollte.

Meine Angst war, dass es wieder kommt und ich dann alleine in meiner Wohnung liege bis jemand heim kommt.

Somit war mein Weg wieder klar, ab ins Krankenhaus. Ein paar Tage nach der Herzkatheteruntersuchung und der Biopsie war es das sicherste.

Mein Vater packte mich zusammen und brachte mich ins Krankenhaus.

Und wenn ich gewusst hätte was da auf mich zukommt, wäre ich im Bett geblieben.

Kapitel 7.0 Neue Hoffnung

Neue Hoffnung

Nach dieser Schockdiagnose bin ich gleich am nächsten Tag zu meiner Internistin gefahren, um mit ihr die weitere Vorgehensweise zu bereden. Sie konnte es nicht fassen, was ich ihr erzählte.

Sie meinte nur es reicht jetzt, wie lange werden die noch zusehen. Jedes Mal werde ich nach Hause geschickt und jeder hofft das sich jemand anders drum kümmert. Wie es einem da als junger Patient geht, spielt da nur eine nebensächliche Rolle. Meine Internistin beredete dann mit mir alle weiteren Schritte und meinte, dass sie mit der Spezialklinik Kontakt aufnehmen wird und dort mit einem Speziallisten meinen Fall besprechen würde. Sie würde sich die darauffolgenden Tage gleich bei mir melden.

Einige Tage später teilte sie mir dann mit, dass ich einen Termin für einen Herzmuskelbiobsie bekommen habe und dass sich die Speziallisten meinen Fall annehmen würden. Ich war so erleichtert. Endlich wieder ein Lichtblick. Einige Tage später bekam ich die Terminbestätigung, jetzt hieß es nur mehr warten.

In der zwischen Zeit lief alles wie gewohnt. Belastungsfähig war ich noch immer nicht. Ich hatte ja noch immer mein Privates Animationsteam. So bemühte ich mich, so oft es nur geht spazieren zu gehen. Ich kann nicht sagen das es gar nicht besser wurde, meine Ausdauerkondition wurde schon mehr. Nur lies es dann mein Herz nicht zu.

So vergingen die Wochen und mein Termin rückte immer näher. Ich wusste das ich stationär bleiben musste. Deshalb begleitete mich mein zukünftiger Mann, da das Krankenhaus doch 4 Stunden von uns zu Hause weg war.

Endlich war es soweit. Ich war für 10 Uhr bestellt. Auf Station angekommen musst du dich den Aufnahme Ritualen unterziehen, welche dort üblich sind. Ich bekam von den zuständigen Schwestern die Informationen wie es an diesem Tag weiter geht und was noch alles passieren würde. 

Aber zuerst einmal hieß es warten, wie überall. So saßen wir alle, welche an diesem Tag zur Stationären Aufnahme kamen, in einem kleinen Speisesaal bekamen wir zu trinken und zu essen.

Es ist leider so, dass die Patienten, welche an diesem Tag aufgenommen werden, warten müssen bis die Patienten, die nach Hause geschickt werden, welche das Bett belegen. Es ist organisatorisch fast nicht anders möglich, da man auf die Visite warten muss und dann auf die Entlassungspapiere. Eigentlich für beide Seiten mühsam. Wenigstens war genug Platz für alle, genügend Sitzmöglichkeiten.

Dann war es endlich soweit und ich bekam mein Zimmer. Wunderschönes 2 Bett Zimmer, mit einer jungen Mitpatientin. Glück gehabt.

Daraufhin folgte ein Gespräch dem anderen, eine wirklich ausführliche Anamnese von Pflegerischer und Ärztlicher Seite folgte. Ich fühlte mich vom ersten Augenblick an wohl. Jeder einzelne war so bemüht! Dann kam der zuständige Speziallist mit einem 2. OA. Beide erklärten mir genau was jetzt passieren würde und was auf mich zukommt. Ich konnte sie wegen meinen Bedenken fragen, sie standen Rede und Antwort. Dann wurde noch ein MRT angeordnet, in welchen ich mich keine 10 min später befand. Blut wurde abgenommen (22 Röhrchen Blut).Ich wurde, glaube ich, auf alle Viren und Bakterien untersucht die es so gibt. Ultraschall hatte ich schon vorher gemacht.

Dies alles passierte wirklich zackig. Die Aufklärung für die Biopsie am nächsten Tag hatten sie auch schon gemacht. Sie erklärten mir, dass sie dieses Mal über die Leiste rein müssen. Denn bei meiner ersten Herzkatheder Untersuchung sind sie über das Handgelenk rein gegangen. 

Somit ging ein wirklich anstrengender Tag zu Ende.

Am nächsten Tag wurde ich schon um 6 Uhr aus dem Bett geschmissen, da ich das Glück hatte als erster auf der Liste zu stehen. Das ist für mich Glück, weil man es dann einfach schneller hinter sich hat.

Pünktlich um 7 Uhr wurde ich abgeholt. Sie brachten mich in die Angiographie wo sie schon auf mich warteten. Mit einer netten Begrüßung und ein paar lustigen Sprüchen wurde ich begrüßt, ich fühlte mich von der ersten Sekunde wohl. Das ganze Team in diesem Raum war einfach Top. Sie erklärten mir jeden einzelnen Schritt. Dann kam der für mich zuständige Doktor.  

Bevor er anfing ging er mit mir nochmal alles durch. Dann startete er. Das einzige was wirklich schmerzhaft war bei dieser Untersuchung, das war die Betäubungsspritze. OHHHHHHH man das brannte wie FEUER…. Aber wenn das dann aufhört ist alles gut.

Der Arzt erklärte während der ganzen Untersuchung genau wo er sich gerade befand, was er macht, wann er zwickt ( Biobsie) , einfach alles. Ich probierte immer zu fühlen wo sie sind. Dies ist aber gar nicht immer so möglich, da man es fast nicht spürt. Wenn er im Herz war, merkte ich es, das dass Herz dann stolpert. Aber ansonsten merkt man da nicht viel. Es ist eigentlich keine Untersuchung, vor der man sich fürchten sollte. 

Die Untersuchung verlief reibungslos. Es wurden einige Proben aus meinem Herz entnommen, welche jetzt auf alles was es gibt untersucht werden.  Zurück im Zimmer, muss man ja liegen bleiben und darf nicht aufstehen. Genau das Richtige für mich, Läuten nur im Notfall. Das dies hier etwas anders läuft, als wie ich es von den letzten KH Aufenthalten gewöhnt war, war eigentlich gleichmal klar. Es kamen sogar Pfleger vorbei, um zu sehen ob man noch genug zu trinken hat und um nach der Wunde zu sehen und einfach zu fragen ob alles ok ist. Und sie hatten ein paar Minuten, um mit mir zu reden. WOW! So kenn ich es eigentlich auch von ganz früher, nur leider ist dies nicht mehr überall möglich. Dazu muss ich sagen, dass nicht die Kollegen in anderen Bundesländern besser sind, nein das ganz bestimmt nicht, aber sie sind besser besetzt! Da scheint es so als ob nicht alles beim Personal gespart wird, wie bei uns.

Jetzt heißt es warten bis die Ergebnisse vorliegen.

Nach 3 Tagen durfte ich endlich wieder nach Hause. Beim Abschuss Gespräch beredeten wir nochmal alle Möglichkeiten. Und dann erklärten sie mir, dass es wahrscheinlich auf eine Immunsuppressionstherapie rauslaufen würde.

OHHHHH Mann, dass wollte ich jetzt aber gar nicht hören.

Kapitel 6.1 Urlaubsüberraschung


Urlaub mit einer kleinen Überraschung

Ich habe euch etwas ganz Wichtiges unterschlagen, meinen Urlaub. Dies war genau die Woche bevor ich die Befundbesprechung des MRT´s hatte.

Eigentlich war kein Urlaub geplant, da aber meine Freundin, ihre Hochzeit im August 2018 plante und wir eingeladen waren, planten wir einen Kurztrip ein.

Das Problem war nur, die Hochzeit war in Kroatien. Zu diesem Zeitpunkt, war ich ja noch der Meinung ich bin geheilt, darum fuhren wir nach Kroatien. Ich wusste, dass ich mich überall und jederzeit ausrasten könnte, für den Fall das es mir etwas  zuviel würde.

Tomislovgrad

Die Hochzeit war der Wahnsinn. Eine kroatische Hochzeit muss man erlebt haben. Wir wurden von allen so liebevoll aufgenommen. Alle umsorgten uns und schauten, dass es uns an nichts fehlte. Zu später Stunde wollte mein Süßer mit mir tanzen, was wir auch taten. Denn eigentlich tanzen wir gerne zusammen. Er wirbelt mich dann immer über den Tanzboden das nur so raucht. Nach dem 2. Lied musste ich es aber sein lassen, da mir die Puste ausging. Aber sowas von ausging. Ich benötigte einige Minuten bis ich wieder Luft bekam.

In meinem Kopf dachte ich immer wieder über diese Situationen nach, in welchen ich in Atemnot geriet. Es ist so, dass sobald ich mich etwas anstrenge, die Luft einfach weg ist.

Nach der Hochzeit beschlossen wir noch ein paar Tage am Meer zu bleiben. Denn wenn wir schon da waren…können wir auch ein paar Tage baden. Und außerdem hatte ich in dieser Woche Geburtstag.  

Ich merkte das ich die Hitze eigentlich gar nicht aushielt, deshalb suchten wir einen schönen schattigen Platz. Und mit der Kombination Meerwasser, war die Situation durchaus zum Aushalten. Die Ruhe und die andere Umgebung tat mir sehr gut, ich dachte viel über mein Leben nach. Zeit hatte ich ja genug.

An meinem Geburtstag machten wir uns auf dem Weg zum Brela Felsen, dies ist ein ganz spezieller Ort am Meer. Der Felsen steht an der Küste und sieht vor allem beim Sonnenuntergang wunderschön aus. Das Wasser ist so GLASKLAR, dass hatte ich noch nie gesehen. Einfach wunderschön. Am Abend haben wir uns einen Tisch in einem Berg Restaurant reserviert. Wir wurden von einem Taxi abgeholt und dort hingebracht. Dort angekommen wurden wir vom Chef des Hauses freundlich begrüßt und zu unserem Platz begleitet. Mario mein Freund, Fotografiert für sein Leben gern und da wir ja wegen der angeblich so wundervollen Aussicht dort hinmussten, machte er sich gleich auf dem Weg um einen Platz für unser Sonnenuntergangsfotos, auszumachen. Kurz darauf kam er auch schon zurück, um mich zu holen. Ich ging mit ihm zu einem Nebengebäude, vor welchen sich ein paar Weinfässer befanden. Er meinte, dass wäre der perfekte Ort für unser SELFIE. Ich stellte mich in Position und Mario stellte die Spiegelreflexkamera in Position drückte dann den Selbstauslöser und rannte wie ein wilder zu mir.

Aber statt sich neben mich zu stellen, verschwand er plötzlich neben mir. Ich sagte, oh mein Gott was machst du da…und ich lachte. Und eigentlich wusste ich in dem Moment sehr wohl was er da machte. Und glaubt mir ich habe mir den Moment so oft vorgestellt, vor allem wie cool ich reagieren würde. Aber die Wahrheit ist, ich habe keinen Ton heraus gebracht. Er kniete also vor mir mit einem wunderschönen Ring in der Hand, an meinem Geburtstag, an dem romantischsten Ort der Welt und fragte mich „Willst du meine Frau werden?“ Ich krächzte mit heißerer Stimme, JA ICH WILL.

Originale Selbstauslöser Foto, nur das mit dem Sonnenuntergang klappte nicht.

So kitschig das jetzt auch klingen mag, aber so war es. Wir fielen uns lachend in die Arme und küssten uns im Sonnenuntergang in Kroatien. Beide mussten wir den ganzen Abend einfach nur mehr lachen.

Endlich würde mein innigster Wunsch in Erfüllung gehen.

Mit der Planung der Hochzeit starteten wir quasi gleich und diskutierten über das wie, wo, was…..

Mir tat die Zeit total gut, ich schwebte über die Landschaft, strahlte wie neu geboren.

Nach ein paar Tagen waren wir dann auch wieder zurück aus unserem Kurzurlaub und wir hatten auch einiges zu erzählen.

Am ersten Abend zurück, luden wir unsere Eltern zu uns ein, um sie mit unserer erfreulichen Nachricht zu überraschen. Über das Hochzeitsdatum mussten wir gar nicht lange diskutieren. Da waren wir uns gleich einig. Es sollte der 22.6.19 sein.

Die Welt schien wieder in Ordnung. Zumindest für einen kurzen Augenblick.Doch dann kam die besagte Befund Besprechung, welche ihr im Kapitel 6.0 gelesen habt. Eines war danach auf jedenfall klar, dass ich nicht Belastungsfähig war habe ich jeden einzelnen Tag gemerkt und dass es nicht an meiner Psyche lag wie sie sagten, war mir dann auch klar. Aber ich muss sagen, zuvor zweifelte ich wirklich schon an mir selbst.

Kapitel 6.0 Die Verschlechterung

Die Zeit nach der Reha! Die Verschlechterung.

Zurück von der Reha und voll motiviert machte ich mein Sportprogramm weiter. Das Training galt der Ausdauer und dem Gewichtsverlust. Ich wollte doch endlich wieder aussehen wie früher.

Nach der Reha bekam ich noch eine kurze Krankmeldung und dann wurde mir mitgeteilt, dass ich jetzt wieder arbeiten gehen könnte.  Meine Zweifel stiegen stätig an. Ich konnte mir nicht vorstellen das ich einen 6 h Tag in einem Pflegeheim schaffen würde. Und unsere Tage als Schwester sind auch nicht 6 Stunden, sondern 12 Stunden. Dies war zu diesem Zeitpunkt auf keinen Fall möglich. Trotzdem, es wurde am Anfang der Reha ein Ultraschall gemacht und an diese Diagnose hielt sich jeder.

Und niemand, hat diese Diagnose bezweifelt. NIEMAND! Egal ob bei den Chefvisiten oder beim Hausarzt oder sonst wo. Nein den Fehler suchten alle bei mir, also genau gesagt, in meiner Psyche. 

Ich muss dazu sagen, dass wenn ein Facharzt einen Ultraschall macht, dieser eigentlich auch passen sollte. Es kann nicht jeder Arzt einen kontroll Ultraschall machen, denn eigentlich sollte man den Facharztkollegen vertrauen können.

Somit wurde mein Krankenstand beendet.

Ich meldete mich gleich beim AMS, denn Gesundheits- und Krankenpflegerinnen suchen sie ja wie Sand am Meer. Obwohl ich ein Attest hatte, dass ich eigentlich nicht mehr am Krankenbett arbeiten kann, aus unterschiedlichen Gründen, kam eine Zuweisung nach der anderen.

Die Verzweiflung in mir wuchs von Tag zu Tag. Mein Problem war nicht, dass ich Arbeit suchen musste. Ich war super motiviert. Aber ich wusste, ich schaffe dies körperlich nicht.

In dieser Zeit hatte ich auch endlich mein KONTROLL MRT im Krankenhaus. Zu dem Termin fuhr ich mit meinem Mann, dies ging auch relativ schnell. Ich war wirklich zum ausgemachten Termin dran, dass dauerte wieder ca. 1,5 h. Denn solange dauert ein MRT des Herzes. Du musst auch nichts machen außer Luft anhalten, ausatmen, weiter atmen…. so geht das die ganze ZEIT.

Eine Woche später hatte ich dann den Termin für die Befundbesprechung.

Zu diesem Termin kam ich mit meiner 11-jährigen Tochter. Wir saßen relativ entspannt im Wartesaal. Ich habe mich an dem Tag entschieden meine Tochter mitzunehmen, da ich eigentlich von nichts Schlimmen ausgegangen bin. Wiedermal nach Stunden des Wartens, kennt man eh schon, kam ich endlich dran.

Wir gingen in die Ambulanz, dort saß ein junger Assistenzarzt welcher mit mir dann einfach zu sprechen begann und er sagte, dass ich jetzt noch Tabletten dazu nehmen müsse und wir dann schauen müssen. Ich sah ihm einfach nur an und hatte keine Ahnung was er mir eigentlich sagen wollte. Denn ich bin davon ausgegangen, dass es wahrscheinlich noch nicht ganz passt, aber das er mir dann auf einmal sagte, dass meine Leistung weiter gesunken ist, zog es mir den Boden unter den Füssen weg.

Ich stand jetzt da, eigentlich stand nur mehr mein Körper da, mein Geist hatte meinen Körper verlassen und schaute sich das ganze jetzt von oben an. Es war als ob ich jetzt nur mehr anwesend war, alles war in Zeitlupe und wie ein Film. Nebenbei bekam ich keinen Ton heraus.

Meine Tochter saß auch in diesem Raum. Hätte ich gewusst was an diesem Tag geschehen würde, hätte ich sie niemals mitgenommen. Ich wusste nicht wo ich meine Blicke hinwenden sollte, mir standen die Tränen, nur meine Kleine sollte es nicht sehen. Denn für sie bin und bleibe ich die starke Mama. Ich schickte sie raus. Der Arzt nahm dies einfach sprachlos zur Kenntnis.

Als versuchte Erklärung sprach er von, er weiß jetzt auch nicht warum die Leistung nicht steigt. Ich schaute ihn wirklich verdutzt an und fragte, was denn jetzt genau los sei. Denn bei der Reha hätte man mir ja gesagt, dass ich so gut wie geheilt wäre. Daraufhin war sein Blick etwas skeptisch, und er machte zur Sicherheit einen ewig langen Ultraschall. Danach teilte er mir mit das meine Herzleistung jetzt bei 35% liegt und nicht bei 60% und sich da die Kollegin wahrscheinlich etwas vermessen hat.

Ja stimmt, ist ja nicht so viel um, kann ja passieren!

Ich verlies das Krankenhaus mit einem Gefühl, dass ich euch gar nicht beschreiben kann. Hilflosigkeit, Angst, Wut, Verzweiflung alles kam in mir hoch. Und jetzt hinten nach gesehen hätte mir ein kompetentes Arzt Patienten Gespräch geholfen. Darunter verstehe ich ein Gespräch zwischen einem Facharzt und mir und nicht zwischen dem Assistenzarzt und einer verzweifelten Mutter, welcher 0 Gespür für so ein Gespräch hatte. Und auch nicht das Fachwissen, zumindest hatte man das Gefühl. So stand ich da, an einem Tag, an dem ich definitiv mit einer positiven Nachricht gerechnet hatte.

Ich wollte es jetzt auch genau wissen, wie es so etwas geben kann, und was wir jetzt machen sollten. Darauf meinte der junge Assistenz Arzt, kommen sie in 3 Monaten wieder und dann schauen wir mal, ob die Leistung weiter sinkt.  Aha, in 3 Monaten. Dies korrigierte die Ambulanzschwester, welchen dem jungen Doktor eigentlich immer die indirekten Tipps gaben, wie z.B. vielleicht sollten wir bei ihr schon in einem Monat kontrollieren. Welches er dann auch so machte.

An diesem Tag ist für mich eine WELT zusammengebrochen.

Meine Gedanken kreisten an diesem Tag nur mehr um das Thema Herz. Ich heulte mir die Augen aus. Wie kann das alles sein. Die Verzweiflung stieg ins Unermessliche.

Nicht nur dass ich wieder neue Medikamente bekam, meine alten wurden wieder erhöht. Alles ging von vorne los.

9 Monate nach dem ersten Befund, eine Verschlechterung statt Besserung. War alles was ich bis jetzt tat umsonst? Meine beruflichen Zukunftsängste wurden immer mehr. Kann ich meinen Beruf überhaupt noch ausüben? Wie soll ich meinen Lebensunterhalt in Zukunft verdienen? Was alles an einer Diagnose hängt, ist eigentlich unwahrscheinlich. So enttäuscht war ich in meinem ganzen Leben noch nicht.

Kapitel 5.0 Die Reha

Die REHA!

Wochenlang fieberte ich schon auf den Termin hin. Ich habe mich nach so vielen Monaten zuhause, schon richtig gefreut. Endlich eine andere Umgebung, neue Menschen kennenlernen. Und täglich richtig trainieren. Das ist eigentlich alles genau meins. Da fühle ich mich wohl.

In dem Rehazentrum kannte ich mich auch aus, da war ich schon einmal auf Kur!

Nach einer freundlichen Begrüßung von den Damen am Empfang, ging es eigentlich gleich weiter im Programm. Die Koffer wurden auf das Zimmer gebracht, ich folgte unauffällig.

Das Zimmer war wunderschön. Ein Einzelzimmer mit Blick über das ganze Land, auf der Sonnenseite. Ich war total happy.

Kurz darauf folgte die ärztliche Aufnahme. Ich war einer jungen Oberärztin zugeteilt. Sie machte mit mir die Anamnese. Also berichtete ich ihr von all meinen Problemen, welche zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall die fehlende LUFT war und auch meine allgemeine Leistungsfähigkeit. Ich erklärte ihr, dass ich mehr Pausen brauche und auch dass ich meinen Haushalt zuhause auch nur in Etappen schaffen würde.

 Daraufhin machte sie mit ihren Aufnahmeuntersuchungen weiter. EKG wurde geschrieben und ein Herzultraschall wurde gemacht. Der Ultraschall dauerte einige Zeit und dann kam der erste Knaller! Die Fr. Doktor meinte, das sie an meinem Herzen nichts feststellen könne und ich eine Herzleistung von 60% (normalwert 55-70%) hätte. Ich war sehr überrascht. Denn das Gefühl, dass alles ist wie vorher, hatte ich definitiv nicht.

 Sie meinte, dass meine Probleme vielleicht wo anders herkommen würde, eventuell psychisch. Das kennt jetzt bestimmt ein großer Teil von euch, PSYCHISCH, ja wenn sie nichts finden ist es psychisch. Wenn heute jemand zu mir sagt es ist psychisch, sehe ich rot. Das könnt ihr mir glauben. In mir waren in dem Moment sehr gemischte Gefühle. Auf der einen Seite, die große Freude!!!! Ich bin wieder gesund!!!!JUHU!!!!! Auf der anderen Seite das Gefühl, dass da aber etwas nicht stimmen kann, aber gut ich bin ja nur der Patient, was wird der auch schon wissen. Ich fragte mehrmals, ob sie sich sicher ist. Und erklärte ihr auch meine Bedenken. Aber gut, wenn sie das sagt, wird es schon so sein.

Ein positives hatte es auf jeden Fall, ich war jetzt noch positiver auf meine Reha eingestellt. Die Abläufe kannte ich ja schon, die Gebäude waren mir auch bekannt. So muss ich sagen hatte ich es wirklich leicht den richtigen Speisesaal zu finden. Dort angekommen, erhält man auch einen Platz zugeteilt.

Also da hatte ich ja wieder mal Glück, auf so einem lustigen und entspannten Tisch zu landen.

Wir 3 Damen und ein jüngerer Herr hatten wirklich Spaß zusammen. Die Tage darauf vergingen wie im Flug! Abends holten wir das Programm für den nächsten Tag und bereiteten uns dementsprechend auf den nächsten Tag vor. Die Tage waren ziemlich vollgestopft mit Therapien.

Das störte mich gar nicht! Ich mag es, wenn mein Tag strukturiert durchgeplant ist. Es ist unwahrscheinlich welche Menge von Patienten und Therapien dort täglich koordiniert werden müssen.

Ich durfte jeden Tag raus auf die frische Luft, in den Wald und in die Natur. Es war einfach nur traumhaft. Abends wenn es schön war, ging ich manchmal noch ein paar Längen schwimmen und danach war relaxen auf der Sonnenterrasse angesagt.

Mittlerweile hatten wir uns an unserem Tisch richtig angefreundet, zumindest Irmgart und ich. Und deshalb vergingen jetzt die Abende auch umso schneller.  Irmgart ist ein alter Hase von der man noch viel lernen kann. Sie ist genau das gleiche Geburtsjahr wie mein Vater. Und sie hat eine Einstellung zum Leben, welche ich einfach unglaublich finde. So Menschen lernt man wirklich nicht viele kennen. Aber die, die man kennt bleiben in Erinnerung. Mit Irmgart gabt es kein rechtzeitiges Schlafengehen, denn beim Schlafen und im Zimmer könnte sie ja etwas versäumen, so war ihr Motto. Also waren sehr unterhaltsame Abende vorprogrammiert. Aber alles müsst ihr auch wieder nicht wissen 😊…….

Die Tage waren sehr anstrengend. Täglich Ergometertraining und die viele andere Sportarten ermüdeten mich ziemlich. Aber wie gesagt, ich bin ein Beißer. Aufgeben gibt es nicht und deshalb wird auch bis zur absoluten Erschöpfung trainiert. Schließlich will ich wieder gesund werden.

Meine Muskulatur baute sich auch super auf. Dazu muss ich aber sagen, dass vom Skifahren, vorher schon eine Grund Kondition vorhanden war.

Nur die LUFT, die kam nicht. Sobald ich leicht Bergaufgehen musste, war ich so außer Atem, dass ich eine kurze Pause brauchte.

Einmal die Woche war auch „CHEFVISITE“, sprich da macht der Primar Visite. Die ist zeitlich begrenzt und dann hast du ca. 5 min mit ihm Zeit zu sprechen. Dies nutzte ich natürlich auch aus und klagte ihm mein Leid, mit der Atemnot. Er machte einen Blick in die Patientenmappe und meinte, beim Herz ist ja laut ihrer behandelnden Ärztin wieder alles in Ordnung, wahrscheinlich sind sie noch PSYCHISCH belastet.

Somit war für alle klar, es liegt an meiner Psyche. Dazu muss ich sagen, dass ich mich selber recht gut einschätzen kann, ich bin für klare Fakten. Ich bin auch ein Realist. Also konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen das dies an meiner Psyche lag. Aber gut, wenn es alle sagen, dann gehen wir zum verordneten Psychologen. Dort hatte ich dann 3 Termine, in welchen er probierte, meinem Problem auf den Grund zu gehen.

Es waren wirklich gute Gespräche, welche ich mit dem Hr. führen durfte. Er half mir wirklich weiter, zwar nicht bei meinen Atemproblemen, aber dafür bei anderen Dingen, die noch belastend auf der Seele lagen.

Ich musste auch in den 3 Wochen regelmäßig Blutdruck und Puls messen, welches ich 3-mal täglich machte. Es gab immer so Phasen, in welchen ich mich auf einmal so müde fühlte. Und manchmal war es so als ob ein Karussell im Kopf losfährt, und du dich bemühen musst stehen zu bleiben.

Und genau in solchen Situationen, kam mein Wissen und mein klarer Verstand zum Vorschein, denn ich machte jedes Mal an mir selbst alle Maßnahmen, welche zum Treffen wären, falls ich kollabieren würde. Ich probierte mich zu fühlen, zu spüren! Und meinem Körper das zu geben, was er in diesem Moment braucht.  Den Fehler, zu den Schwestern zu laufen habe ich in den 3 Wochen nur einmal gemacht.

Schwester darf man ja nicht mehr sagen, wir sind jetzt Pflegerinnen. Laut Gesetz. Trotzdem bleiben wir hier in den Berichten bei der Betitelung Schwester, damit wir auch alle wissen wer gemeint ist.

Ich saß also wieder in meinem Zimmer und mir ging es nicht gut, also schnell RR (Blutdruck) messen. Und da hatten wir auch gleich den Fehler. Mein Blutdruck war 95/60 mit 34 PULS. Meine zuständige Oberärztin meinte auch, falls sowas wäre sofort ins Schwesternzimmer und dies dort melden damit sie dann EKG schreiben könnten.

Gesagt getan, ich raffte mich in meinem Zimmer auf, bemühte mich nicht umzukippen und ich machte mich auf Richtung Schwesternzimmer. Dort angekommen, im Aufenthaltszimmer war zu diesem Zeitpunkt niemand, kam die Schwester aus einem Patienten Zimmer. Ich erklärte ihr, zitternd und etwas kaltschweißig, was los sei. Daraufhin kam von ihr eine etwas kühle und schnippische Antwort, wo ist ihre Therapiekarte? OHHHHHH Shit, dachte ich mir, die habe ich jetzt im Zimmer vergessen.  Daraufhin die Schwester, ja wenn sie die nicht dabeihaben, mache ich gar nichts. Gehen sie zurück in ihr Zimmer und holen sie die Karte.

Mein Blick war, wie von einem Kleinkind, welches das Christkind zum ersten Mal sah. Ich konnte nicht fassen, was meine Berufskollegin gerade zu mir sagte. Ich hörte ähnliche Beschwerden auch von Mitpatienten, welche ich kaum glauben konnte. Aber diesmal hatte ich es selber erlebt. Es ist leider so, dass wir bei der Pflege an einem Punkt angekommen sind, wo die Dokumentation wichtiger ist als ein Mensch! Hätte sie mich angesehen, hätte sie sehen müssen, dass es mir gar nicht gut ging.

Ich stand da also mit zittrigen Knien, etwas blass vor der Schwester. Welche mich danach nicht weiter beachtete. Mein Puls und Blutdruck waren zu diesem Zeitpunkt sicher nicht mehr so niedrig, da ich mich wirklich ärgerte. Ich nahm den beschwerlichen Weg zurück in mein Zimmer und ich bin an diesem und auch an keinem weiteren Tag mehr zu den Schwestern gegangen, außer ich musste.

Es ist unwahrscheinlich was Pflegekräfte leisten müssen, wer es nicht selber schon gemacht hat weiß nicht wovon ich rede. Und es ist schlimm wie der Sparstift an dem Personal angesetzt wird. Es läuft alles nur mehr auf Druck und du musst und du musst…….

Trotz allem belästige ich Kollegen nur wenn es sein muss! Nur wenn man nach der Visite ins Schwesternzimmer geht und dort die Änderungen bekannt gibt, ist es halt für den Patienten nicht angenehm, wenn die Schwester jedes Mal stöhnt oder die Augen verdreht, wenn ein Arzt etwas anordnet oder die Anordnung ändert. Man hat da schon ein schlechtes Gewissen als Patient.

Da ich in dem Beruf selber tätig war, kann ich sie auch gut verstehen, denn so wie unser Beruf einmal war, ist er schon lange nicht mehr. Trotzdem möchte ich hier auch an alle appellieren, die in einem Gesundheitsberuf sind- verliert das Einfühlungsvermögen nicht!!!! Verlernt doch das Zuhören nicht!!! Denkt euch mal wie ihr euch fühlen würdet? Ich kann es euch sagen, man fühlt sich beschissen. Nicht ernst genommen. Belächelt. Verzweifelt. Hilflos. Gefangen. Enttäuscht.

Es waren so tolle 3 Wochen, die Therapeuten, Sportmediziner und Trainer sind mit Geduld und einem lächeln auf den Lippen unterwegs. Das gibt uns als Patienten so viel mehr, als in angefressene überlastete Gesichter zu schauen. Natürlich waren nicht alle so! Das muss ich wirklich betonen! Es gibt sie noch, diese Schwestern, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern können.

Ich ging auch mit Sicherheit an meine Grenzen, mit dem Training! Zufrieden war ich aber trotzdem nicht. Es war einfach so…… ich bekam noch immer keine Luft. Welches ich bei jeder Gelegenheit auch anbrachte. Aber es schien jedem egal zu sein. Wahrscheinlich haben sich alle gedacht, dass bildet sie sich nur ein.

Und um das hier noch einmal zu erwähnen – es wurde nur ein Ultraschall gemacht! Bei der Aufnahmeuntersuchung. Bei welchen die OÄ sagte, sie könne am Ultraschall nichts erkennen. Alles soweit in Ordnung.  So schrieb sie es auch in den Entlassungsbericht.

Und so nahm alles seinen Lauf, was geschieht, wenn im Entlassungsbericht drin steht das man wieder gesund ist, könnt ihr euch ja vorstellen.

Kapitel 4.0 Geduldsprobe

Geduldsprobe

Mein Problem ist mit Sicherheit die Geduld. Wenn man ein Gesundheitliches Problem hat wird operiert, oder du bekommst eine Spritze oder Tabletten und in einer Woche ist alles wieder gut. So ca. stelle ich mir das vor. So war es auch, bis jetzt. Nur dieses Mal war alles anders.

Bei einem Ausführlichen Arzt Gespräch erklärte mir meine Internistin, dass wir leider nur abwarten können ob die Tabletten wirken und das sehen wir beim nächsten MRT.  

Ich darf meine Tabletten nehmen und darf jeden Tag meine Spaziergänge machen. Das wars.

In dieser Zeit verbrachte ich viele, viele Stunden im Wald und in den Auen. Einfach nur um in der Natur Energie zu tanken.

Die nächtlichen Fieberschübe hörten auf. Mein Allgemeinzustand verbesserte sich auch. Nur die Atemprobleme blieben bestehen. Darum wurde um Reha angesucht.

Wochen für Wochen vergingen, nichts passierte.

Kapitel 3.0 Untersuchungen über Untersuchungen!

Da ich eigentlich wochenlang keinerlei Besserung bemerkte,im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, das alles schlechter wurde. Ich hatte dann ein Lungen CT wegen meiner Atemprobleme. Weiters ein CT des Herzes wegen den Koronargefäßen,regelmäßige Blut Kontrollen. Herzultraschall war auch dabei, sowie EKG’s.

Meine Blutwerte waren sowieso eine Geschichte für sich. Mein Herzwert war einmal erhöht einmal nicht.

Also eigentlich alles nicht so ideal. Beim CT des Herzens kam auch nichts heraus. Meine Herzkranzgefäße waren TIP TOP. Entzündungszeichen wurden im MRT auch keine gesehen. Somit wurde davon ausgegangen das die Herzmuskelentzündung vorüber ist und ich jetzt einfach eine von 1000 enden bin, die leider Schäden von der Herzmuskelentzündung davongetragen hat. Darum vereinbarten wir einen Termin für eine Herzkatheteruntersuchung.

Gesagt getan, ab ins Krankenhaus. Dort wurde gleich zubeginn Blut abgenommen und ein EKG geschrieben, danach wurde ich wieder insWartezimmer geschickt.

Im Wartezimmer verbrachte ich ca. 4 h, wenn es reicht, in dieser Zeit wartete ich mit meinem Vater bis sich endlich jemand um mich kümmerte. Ich war wirklich froh, dass ich in Begleitung war, denn ich wäre allein nicht in der Lage gewesen mir etwas zu trinken oder zu essen zu holen. Papa versorgte nicht nur mich mit Getränken sondern auch andere Wartende. Denn vom Personal haben wir alle in dieser Zeit niemanden gesehen.

Nach Stunden des Wartens war ich endlich dran.  Drin war ein junger Assistenzarzt, welcher sich halbherzig und gelangweilt meine Probleme anhörte. Halbherzig deshalb, weil während ich ihm meine Wehwehchen erklärte er immer wieder irgendwelche Späßchen mit den Kollegen machte.  Und sorry liebe Leute,da fühlt man sich nicht wirklich sehr ernst genommen. Als er dann einen Ultraschall machte, sah er sehr wohl das ich nicht simulierte. Aber im gesamten wusste er nicht was er jetzt machen soll und schickte mich wieder nach Hause. Mit der Begründung,sie haben in einem Monat einen Termin für die Herzkatheteruntersuchung, dort sehen wir weiter.

Also einen ganztags Ausflug ins Krankenhaus gemacht,umsonst. Ich persönlich habe auch nichts anders erwartet. Nach 20 Jahren im Krankenhaus weiß man, wie dort gearbeitet wird.

Die nächsten Wochen verbrachte ich zu Hause bei ständiger Arzt Kontrolle. Ich durfte dann anfangen spazieren zu gehen. Natürlich alles nach Puls. Deshalb bekam ich zu dieser Zeit eine ganz großartige Puls Uhr. Meine Garmin Uhr kann einfach alles.

Meine ersten Spaziergänge waren wirklich deprimierend! Ich wurde wirklich auf der Straße von 80-jährigen Omis überholt. ICH!!!!! Die sonst immer selbst auf der Überholspur unterwegs war. Es begleitet einem wirklich ein Gefühl des Schams.

Deshalb wurden kurzerhand meine Spazierrunden in die Auen verlegt. Dort jemanden zu treffen ist eher selten.

Täglich ging ich meine Runden. Meist war ich nach kurzer Zeit schon fix und fertig und durch meine Schweißausbrüche total durchnässt.Trotzdem wusste ich das ich durchbeißen muss!

Dann kam endlich der März und mein Termin für die Herzkatheteruntersuchung.Ich freute mich schon direkt auf diesen Termin, denn bis jetzt hatten wir ja noch immer nicht den Grund gefunden, warum es mir schlechter ging.  Meine Hoffnung war die Herzkatheteruntersuchung,dass dort endlich eine richtige Diagnose gestellt werden kann. Termin wurde Monate vorher ausgemacht, Uhrzeit bis wann ich spätestens auf Station sein musste stand auch fest.

Also kam ich zum ausgemachten Termin auf Station. Es war eigentlich vom Parkplatz bis auf Station nicht weit, trotzdem standen mir die Schweißperlen auf der Stirn, bis ich angekommen war. Dort wurde ich gleich zum Anamnese Gespräch gebeten. Blut wurde auch abgenommen. Danach baten sie mich im Wartbereich Platz zu nehmen. Leichter gesagt als getan. Denn leider waren dort alle Sessel besetzt. So musste ich stehen.

Mein Kreislauf fing an durchzudrehen. Ich fing immer mehr an zu schwitzen. Ich probierte tief und ruhig zu Atmen, da ich merkte wie mein Blutdruck ins bodenlose sackte. Pflegekräfte waren weit und breit keine zusehen.  So entschied ich mich einfach mitten am Gang, am Boden platz zu nehmen.

Ich dachte mir, dass ist die bessere Variante, als einfach umzufallen. 

Am Boden sitzend, schweißgebadet wurde ich dann von einer Pflegeassitentin bemerkt, welche mir auch sofort einen Sessel besorgte. Nach ca.3 STUNDEN im Wartebereich war dann auch endlich mein Zimmer frei. 

Ich wollte aber auch nicht rum jammern, denn dort saßen wirklich Menschen, denen es noch viel schlechter ging als mir. Wer schon einmal im Krankenhaus auf einer Kardiologie war, weiß was ich meine. Ein älterer Herr mit Sauerstoffgerät und im Rollstuhl musste noch länger warten als ich.

Also das bei unserem Systemen im Krankenhaus etwas falsch läuft,ist eigentlich auch allgemein bekannt.

 Nach vielen Stunden des Wartens, kam endlich die Ärztliche Aufnahme. Sie schickten mir einen ganz frischen Doktor. Einen ganz jungen, sehr freundlich und bemüht. Ich gab ihnen meine Überweisung, auf welcher eigentlich stand, was zu tun ist.

Später kam dann nochmal ein Oberarzt vorbei und wollte von mir wissen warum sie diese Untersuchung machen sollten. Ich erklärte ihnen alles. Erzählte vom Nachtschweiß von der erhöhten Temperatur und alles andere.  Er entschied das ein Herzkatheter reicht und eine Biopsie, so sagte er, sei übertrieben.

Sie machten die Aufklärung für die Untersuchung und teilten mir mit, dass ich am nächsten Tag als erste dran käme. Das war mir sehr recht.Dort machten sie auch die neuere Methode mit Herzkatheter über das Handgelenk.Ich konnte mich aus meiner Schulzeit erinnern, dass ich einmal bei einer Herzkatheter Untersuchung dabei sein durfte. Darum hatte ich eigentlich auch keine große Angst.

Der Tag der Untersuchung verging dann schnell, ich wurde gleich als erstes in der Früh abgeholt. Danach brachten sie mich in den Untersuchungsraum. Dort wurde mir vom Pflegepersonal alles erklärt. Dies war sehr angenehm. So konnte man auch die letzten Bedenken vergessen. Dort fühlt ich mich gut aufgehoben.  Auch der Arzt redete während der Untersuchung mit mir, sagte mir wo er sich gerade befand und erklärte seine Schritte.

Später an diesem Tag kam dann die Visite.  Welche mir dann meine Untersuchungsergebnisse erklärte. Der Oberarzt teilte mir mit, dass er glaubt, dass meine Herzmuskelentzündung noch nicht ganz vorbei ist und dass ich einen Termin für ein Kontroll MRT erhalten werde und ich mich bis dahin schonen muss. Es würde mich die nächsten Tage jemand zu Hause anrufen und mir den Termin mitteilen.

So war es dann auch, ein Arzt rief mich an und erklärte mir,dass mein Kontroll MRT schon im Auguststattfinden wird. AHA schon im August??? Ja jetzt ist ja schon März, ist eh nicht mehr lange.

Ich habe mir wirklich viel davon erwartet, doch dann war es so …….  Ich musste meine Tabletten weiternehmen, abwarten und TEE trinken. Das Ergebnis war für mich schlimm, denn ich hatte mir eine Diagnose erwartet.

Das Warten, ohne das man aktiv viel dazu beitragen kann,macht einen richtig fertig.

ABER DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT .