Kapitel 2.0 Die Diagnose

Nachdem die Untersuchung abgeschlossen war, kam ich zur Befundbesprechung. An diesem Tag arbeitete ich am Vormittag und dann fuhr ich gleich in die Ordination meiner Internistin.

Da ich vor der Ordination keinen Parkplatz bekam, musste ich ein Stück laufen. Darüber habe ich mir zu diesem Zeitpunkt noch keine Gedanken gemacht, dass ein Parkplatz vor der Tür von Vorteil gewesen wäre.

Also lief ich die ein paar Meter durch die Stadt bis zur Ordination. Dort angekommen, war ich so außer Atem, dass ich mich direkt hinsetzen musste. Und dann wurde mir schwarz vor Augen.

Die Ordinationsassistentinnen merkten sofort dass es mir nicht gut ging, besorgten mir Wasser, legten mich auf eine Liege und umsorgten mich wie sie nur konnten! Blutdruck war im Keller, Puls wieder mal viel zu hoch. Meine Internistin war auch gleich zur Stelle. Nachdem ich wieder halbwegs auf den Beinen war, führten wir das Diagnosegespräch. Sie erklärte mir in ruhigen Worten, dass sie sich nicht getäuscht hatte und mein linkes Herz eingeschränkt sei. In diesem Moment brach für mich eine Welt zusammen! Ich wusste was dies bedeutet! Ich kenne genug ehemalige Patienten, die eine Herzinsuffizienz haben. Eigentlich konnte ich dem restlichen Gespräch auch gar nicht mehr richtig folgen. Meine Tränen liefen mir über beide Wangen, ich konnte mich nicht mehr kontrollieren. Es zog mir einfach den Boden weg. Meine Fr. Doktor erklärte mir, dass ich ab sofort Tabletten nehmen muss. Jeden Tag Blutdruckmessen und Pulsmessen. Mir wurde gesagt, dass meine Herzleistung bei 43% liegt.

Es war der 11.01.2018 und ich war ab sofort im Krankenstand.  Zuhause musste ich ersteinmal alles sacken lassen. Meine Bronchitis war natürlich auch wieder zurück und es ging mir eigentlich richtig schlecht. Nur ich bin ja eine Kämpferin, so schnell lass ich mich nicht unterkriegen.

In den folgenden Wochen pendelte ich eigentlich nur zwischenWohnung, Krankenhaus und meiner Internistin hin und her.  Ich hatte dann auch im Krankenhaus einige Untersuchungen da es mir dann immer schlechter ging anstatt besser. Die Tabletten machten mich fertig. Da ich ja einen sehr niedrigen Blutdruck hatte und dann noch Tabletten bekam zum Senken von Puls und RR (RR=Blutdruck) war ich zu dieser Zeit echt oft sehr müde. Na ja, bei einem Blutdruck von 85/50 und 45 Puls war dies auch kein Wunder.

Es dauerte schon einige Zeit bis wir die perfekte Dosierung gefunden hatten und ich jetzt so eingestellt war, dass ich wieder allein aktiv sein konnte. Es passierte mir nämlich nicht nur einmal, dass mir beim Spazieren schwarz vor Augen wurde.

Daraufhin wurde mir von meiner Familie untersagt, weiterhin allein raus zu gehen. Dies war aber überhaupt kein Problem, denn meine Freundinnen und meine Familie wechselten sich jetzt ab. Es kam jeden Tag jemand anders, sie unterstützten mich beim Einkaufen beim Haushalt und gingen mit mir spazieren. Ob Stunden am Telefon oder bei einem Kaffee. Sie sind einfach zu jeder tages und nachtzeit für mich da. Dafür bin ich einfach nur dankbar.

Freunde fürs Leben

Am Anfang durfte ich mich auch gar nicht belasten. Es war Bettruhe angesagt. Ich hätte auch gar nicht anders können. Nach jeder Nacht musste ich das Bett frisch beziehen, da ich durchgeschwitzt war inklusive Bettzeug. Es war auch weiterhin so, dass ich speziell abends immer so 37.4° –37.8°,  also leicht erhöhte Temperatur hatte. Es vergingen die Wochen und meiner Meinung nach verschlechterte sich die Situation. Ich merkte es an der LUFT. Ich konnte nicht richtig durchatmen! Kennt ihr das? Wenn man einfach das Gefühl hat, dass der Sauerstoff nicht bis in die Lungenflügel reicht. Es ist ein sehr beengendes Gefühl.

Ihr fragt euch sicher wie ich damit umgegangen bin. Jeder der mich kennt weiß, dass ich überlegt handle und besonnen. Das fachliche Wissen über die Krankheit hatte ich ja (leider)! Denn eines könnt ihr mir glauben, oftmals ist weniger Wissen besser.

Auch wenn ich oft das Gefühl hatte zu ersticken, konnte ich mich selbst beruhigen. Ich konnte alle Maßnahmen selbst an mir machen, welche ich normal bei meinen Patienten in so einer Situation gemacht hätte. Mir war auch bewusst, dass ich nicht ersticke, dass dies einfach nur das Gefühl ist. Aber lerne einmal damit umzugehen! Da ich ja eine Gesundheits- und Krankenpflegerin bin und solche Situationen aus der Arbeit kenne, war es für mich sicher etwas einfacher, diese zu meistern. Aber wenn ich da an andere denke, welche einfach nicht wissen was gerade passiert, kann diese Situation echt Panik verursachen!  

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s