Kapitel 14.0 Endlich ist es soweit!

Endlich ist es soweit!

Endlich sind die 6 schlimmsten Monate meines Lebens vorbei. Auch wenn Medikamente da sind, um uns Gesund zu machen, bin ich mir da nicht so sicher ob das alles so gut für meinen Körper war.

Das letzte Monat habe ich dann schon die Tage gezählt. Da man so kraftlos ist, dass man kaum was machen kann, vergeht die Zeit ziemlich langsam.

Und genau in den letzten 1,5 Monat hat das Cortison seine Spuren an meinem Körper hinterlassen. Wo ich noch nicht genau weiß wie ich damit umgehen soll.

Dann hieß es nur mehr warten, warten auf den Biopsie Termin.

Endlich kam der Tag, an dem ich in die Spezialklinik musste. Sie entnahmen wieder einige Proben. Welche jetzt im Labor untersucht werden, ob die Entzündungsherde weg sind.

Das heißt für mich, ca. 3.Wochen auf Nadeln sitzen und hoffen das es funktioniert hat. Leider ist es so dass die Herzleistung nicht den Sprung gemacht hat, den sie sich erhofft haben.

Es ist so schön, wenn man bei einem Gespräch merkt, dass der Arzt einem nicht ganz die Wahrheit bzw. seine Vermutungen, mitteilt.

Brauchen sie eh nicht. Ich habe leider so ein feines Gespür, das ich sofort merke, wenn etwas nicht ganz der Norm entspricht. Und mir jemand nicht ganz die Wahrheit sagen will und kann.  

In der Klinik hatte ich das Glück, mit einer Dame im Zimmer zu liegen, welche das gleiche durchmacht wie ich. Als wir ins Gespräch kamen, konnten wir unsere Erlebnisse miteinander teilen. Das tat richtig gut, denn das bestätigte uns beiden das wir nicht verrückt sind. Nächte lang nicht schlafen, zittern, unruhig sein, die Haut macht was sie will,erschöpft, Blutdruck war im Keller, der Zucker an der Decke,die Blutwerte jenseits von gut und böse. Das Gesicht gleicht dem eines Hamsters. Das Wasser im Körper erschwerte das Atmen. Optisch war es natürlich auch nicht von vorteil.

Wenn man dies nicht selbst erlebt, können wir die Erfahrung gar nicht so wiedergeben wie es wirklich war. Denn vieles kann man einfach nicht in Worte fassen.

Gut das unser Körper, die schlimmen Erlebnisse verdrängt, vergisst wie auch immer.

Am Tag meiner Entlassung hatte ich dann noch ein Herz Echo (Ultraschall). Und da ich bei dieser Untersuchung schon einiges Erlebt hatte, war ich doch sehr gespannt auf diesen Ultraschall.

Ein sehr junger Arzt (wahrscheinlich gerade aus der UNI) machte bei mir den Ultraschall. So nach 2-3 Minuten meinte er, ja super alles ist gut, sie haben 60% EF (Heizleistung). Das fand ich echt amüsant. Denn am Tag davor, bei der Angiographie, hatte der PROF.  42% gemessen. Ich machte ihm darauf aufmerksam, danach hat er um sein Leben gemessen. Denn 5 min später waren es 50% und dann 40%. Mhhhh ohne Worte.

Und dann zu allem Überfluss, ihr müsst euch vorstellen, die Untersuchung findet hinter Vorhänge statt und nicht in Kabinen oder Kammern. Kam auf einmal eine Kollegin rein gestürmt und fing, während mir der Arzt alles erklärte, an mit dem jungen Arzt über das Mittagessen zu reden.

Der Arzt redete einfach mit mir weiter, gab ihr auch keine Beachtung, dies störte sie auch nicht, sie blapperte munter weiter. Ja und sorry, da geht es nicht um ein Gespräch über Akne, sondern doch um mein Leben. Da der Arzt ihr keinen Einhalt gebot, musste ich das machen. Da ich, wenn 2 Personen gleichzeitig reden, ich den wichtigen Sachen nicht folgen kann, musste ich die Dame etwas unsanft darauf aufmerksam machen. Und nebenbei ist es eigentlich nicht notwendig, wenn ein Patient halb nackt auf einer Liege liegt, dass man dann den Vorhang aufreißt als ob es überhaupt keine Intimsphäre mehr gibt. Wenn jemand nicht bei der Untersuchung dabei ist, hat er dort nichts verloren.

Danach kam ich wieder auf das Zimmer und musste stundenlang auf die Entlassungspapiere warten.

Am Nachmittag kam dann endlich der Arzt und gab mir meine Entlassungspapiere. Ich dachte noch, dass das echt viele Seiten sind, aber gut.

Kurz darauf kam mein Mann mich abholen und wir starteten den langen Heimweg.

Zuhause habe ich mir dann meinen Arztbrief durchgelesen, bis ich merkte, dass es da unmöglich um mich gehen kann, solche Diagnosen usw. Ja klar, war der falsche Brief. Also eigentlich bekam ich 2 Briefe, von mir und noch einer Dame.

Nun begann die Wartezeit.